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Hochradioaktiver Müll – wohin damit?

Auch nach 60 Jahren Atomtechnik weiß noch immer niemand, wohin mit dem hochgefährlichen Müll. Es gibt nicht einmal eine nachvollziehbare Idee.

Bildlich gesprochen:

Ein Flugzeug ist gestartet.
Aber es gibt keine Landebahn.

Trotzdem wird tagtäglich hochradioaktiver Müll produziert. Ein gigantischer Atommüllberg wächst auf unserer Erde. Gigantisch ist nicht die Tonnenzahl. Aber die schiere Menge an Radioaktivität.

Radioaktivität darf nicht in unsere Umwelt gelangen. Doch niemand weiß, wie unsere Lebensumgebung vor der Verseuchung mit dem tödlich strahlenden Erbe geschützt werden kann.

Noch 1958 schlug der damalige deutsche Atomminister Strauß vor, den Atommüll „in offenen Gräben und Löchern“ zu lagern.

Heute mahnen Wissenschaftler, dass der hochgiftige Atommüll mindestens 1 Million Jahre sicher vor dem Kontakt mit der Biosphäre geschützt werden muss. Aber auch sie wissen nicht, wie das gehen könnte.

In den USA wollte man den Atommüll im Yucca Mountain einlagern. Der oberste US-Gerichtshof in Washington stoppte 2004 diese Pläne mit genau der Feststellung, die Sicherheit über 1 Million Jahre könne nicht gewährleistet werden.

Bildlich ausgedrückt:

Hätten die Neandertaler ein nukleares Feuer entfacht,
es würde heute noch brennen.
Und niemand könnte es löschen.

Wohin also mit dem strahlenden Müll? Nach dem Atomgesetz gelten Wiederaufarbeitung und „direkte Endlagerung“ als Entsorgungsnachweis. Die Wiederaufarbeitung wird vernünftigerweise gestoppt.

Wie aber sieht eine „direkte Endlagerung“ aus? Es gibt sie nicht!

Es gibt lediglich Zwischenlager. Für Castorbehälter mit abgebrannten Brennelementen oder in Glas eingeschmolzenen Wiederaufarbeitungsmüll wurden Leichtbauhallen für den Wetterschutz eingerichtet. Sie bieten keinerlei Sicherheit

„Endlagerung“ im Salzstock?

Alle Versuche, Atommüll in Salz einzulagern, sind bisher dramatisch gescheitert. Man weiß bis heute nicht einmal, ob Salz als Lagermedium geeignet ist. Außerdem: Das mit westdeutschem Atommüll aufgefüllte ehemalige DDR-Endlager in Morsleben bei Helmstedt ist teilweise eingestürzt. Und das Versuchsbergwerk Asse bei Wolfenbüttel säuft mit radioaktivem Müll bereits ab.

„Tropfsteinhöhle“ Gorleben

Wie steht’s um den Salzstock in Gorleben? Er wird seit langem erkundet. Der Aufbau des Salzstockes und seine Einbettung in die umgebende Geologie sind gut bekannt. Er hat Kontakt mit Grundwasser und kann somit den brisanten Strahlenmüll nicht vom Eintritt in die Biosphäre abhalten.

Es gibt zwischen dem Salzstock und den Wasser führenden Schichten keine abdichtende Barriere. Und er ist immer noch mobil. Der Salzstock erstreckt sich unter der Elbe bis zum Ort Rambow. Er ist an einigen Stellen eingestürzt. Dort entstanden Seen. Die „Gorlebener Tropfsteinhöhle“ ist deshalb weder kurz- noch langfristig für die Endlagerung des hoch radioaktiven Müll geeignet.

Prof. Dr. Eckhard Grimmel hat ab 1980 den Deutschen Bundestag über Möglichkeiten der Entsorgung radioaktiver Abfälle beraten. Er warnt in seinem neuen Buch „Kreisläufe der Erde“ (ISBN: 3-8258-8212-8) vor einem Gorlebener Endlager: „Seit 1984 steht fest, dass dieser Salzstock als Endlager ungeeignet ist“. ..
Grimmel fasst zusammen:

„Der Salzstock ist nicht durch eine hinreichende mächtige und lückenlose Tondecke von den wasserführenden Schichten abgeschirmt.
Der Salzstock ist nicht in Ruhe, ... und steigt noch weiter auf.
Der Salzstock hat durch Salzauflösung bereits einen großen Teil seiner Substanz verloren und wird noch weiter abgelaugt. Darüber hinaus ist zweifelhaft, ob Salz grundsätzlich für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet ist. Durch unkontrollierbare Reaktionen des Salzes (Radiolyse), initiiert durch Wärmeeintrag und Strahlung, ist die Stabilität des Salzstocks zusätzlich gefährdet“.

Prof. Dr. Grimmel empfiehlt, die Gorlebener Zwischen- und Endlagergebäude in ein "Niedersächsisches Museumsdorf für technische Fehlentwicklungen des 20. Jahrhunderts" umzuwandeln. Dort könnte die Gefährdung der Biosphäre durch den sogenannten Kernbrennstoff“kreislauf“ dargestellt, erläutert und dokumentiert werden.

Dieser Empfehlung schließen wir uns an. Allerdings müsste die Castorhalle, die laut Betreiber nur ein Wetterschutz ist, noch abgedichtet werden, bevor sie als Museum dienen könnte...

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Bearbeitet am: 19.05.2005/ad


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