Campagne internationale
du Réseau Sortir du nucléaire
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Kein neues Atomkraftwerk  -   auch nicht in Frankreich

In Zusammenarbeit mit der 
Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg 

Réseau Sortir du nucléaire
 

Mit Unterstützung von:
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ippnw.gif (1982 Byte)Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Arzte in sozialer Verantwortung e.V.
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SIEMENS BOYKOTT
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Die Verwirklichung des EPR ist nicht nur eine Französischer Innenpolitik

Zur Geschichte

Seit 1989 plant Siemens in Zusammenarbeit mit seinem französischen Partner Framatome, einen neuen Reaktortortyp, den European Pressurized Water Reactor (EPR).
Innerhalb der «Konsensgespräche» 1993 bot Gerhard Schröder in seiner Funktion als niedersächsischer Ministerpräsident der deutschen Atomlobby an, die Realisierung des EPR wörtlich als «Fadenabrißvermeidungsreaktor» zu akzeptieren. Dies sollte ein Tausch gegen einen «geregelten Auslaufbetrieb» der Altreaktoren sein und die Garantie, daß die Atomtechnologie in der Bundesrepublik auch «künftigen Generationen» offengehalten wird. Der «technologische Faden» sollte nicht abreißen. Inzwischen ist das politische Klima hierzulande allerdings so, daß von einer Akzeptanz dieses Projektes in Deutschland nicht mehr auszugehen ist.

In Frankreich jedoch droht nun der Bau dieses Atomkraftwerkes. Mit ihm würde eine neue Etappe in der Geschichte der Atomenergie eingeleitet und ein europaweiter, weltweiter Ausstieg aus dieser lebensfeindlichen Energieerzeugung in weitere Ferne gerückt.
 

Fortschreitende deutsch-französische Atomkooperation

Die Verwirklichung des EPR ist nicht ausschließlich zu einer Frage französischer Innenpolitik geworden:

Die deutsch-französische Zusammenarbeit der Atomindustrie «beschränkt» sich nicht mehr auf Wiederaufarbeitung, MOX-Brennelementeherstellung u. a.,

MOX-Brennelemete sind ein Produkt der Wiederaufarbeitung. Sie sind teurer und risikoreicher als herkömmliche Brennelemente. Aufgrund dessen werden wesentlich weniger MOX-Elemente gekauft, als in der Wiederaufarbeitung produziert werden.

sondern weitet sich auf weitere wichtige Unternehmensbereichen aus. So 
Andrè Claude Lacoste, Direktor der DSIN:

DSIN: «Direction de la Sureté des Installations Nucléaires», etwa mit dem Bundesumweitministerium zu vergleichen (beschränkt auf Atomangelegenheiten).

«Es ist das erste Mal, daß zwei Länder,
Deutchland und Frankreich, die im Bereich der Kerntechnik über starke und anerkannte Traditionen, Know-How und Industrie verfügen, beschließen, ihre Anstrengungen für einen Reaktor zusammenzulegen.»
Im Rahmen des EPR gründeten Siemens und Framatome eine gemeinsame Firma (Nuclear Power International, NPI). Seit neuestem steht Siemens in Kaufverhandlungen über einen wesentlichen Teil der Aktien seines französischen Partners.

Bau einer Referenzanlage

Mit dem Bau des EPR soll neben der Erneuerung des französischen Nuklearparks eine Referenzanlage für den Export geschaffen werden.
Für Siemens und Framatome ist es deswegen relativ unerheblich, wo der neue Reaktor gebaut wird. Es geht-den beiden Unternehmen darum, dieses Projekt zu erproben; nicht zuletzt, um es eventuellen Käufern aus aller Welt präsentieren zu können.

Problemexport

Was in Deutschland verhindert wurde, ist nach Frankreich oder in andere Länder exportiert worden. So wurde die Wiederaufarbeitung von deutschen Atommülls von Wackersdorf nach La Hague (Frankreich) und Sellafield (England) verlegt. Gleiches geschah mit der Mischoxid (MOM-Brennelementeherstellung.

Falls die Endlagerung von Atommüll in Deutschland politisch nicht realisierbar sein sollte, ist Frankreich als Standort im Gespräch.
Und nun ist der EPR in Deutschland nicht akzeptiert, kann aber eventuell in Frankreich gebaut werden.

Es ist also höchste Zeit, daß sich unser Widerstand internationalisiert. Die Gefährlichkeit der Atomenergie ist nicht vom Standort abhängig. Wir werden uns nicht mit diesem Problemexport abfinden!

1oo ooo Unterschriften (und mehr)

In Frankreich formiert sich seit einigen Jahren verstärkt Widerstand gegen das französische Atomprogramm. Seit zwei Jahren besteht das landesweite Netzwerk «Réseau Sortir du Nucléaire» (Netzwerk «Aussteigen aus der Atomkraft»). Zur Zeit verbindet es 360 Anti-Atom-Gruppen in ganz Frankreich.

Es hat sich zum Ziel gesetzt, vor der Entscheidung der französischen Regierung über den Bau des EPR Ende diesen Jahres 100 000 Unterschriften gegen das Projekt präsentieren zu könnnen. Auch in anderen Staaten werden Unterschriften gesammelt.

Es gilt, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen dafür, daß auch wir, die AntiAtom-Bewegung international kooperieren können! Eure/Ihre Unterschrift ist ein kleiner, aber wichtiger Beitrag dazu.
Ein Zeichen internationaler Solidarität für eine lebensfreundliche Zukunft.

Der European Pressurized Watet Reactor - ein fehlgeschlagenener Versuch

Der EPR - ein sicherer Reaktor?

Der EPR wurde von PolitikerInnenseite des öfteren als «inhärent sicher» angepriesen. Doch selbst die Hersteller geben zu, daß dem nicht so ist. Die Konstrukteure des EPR versuchten auf der Basis des ökonomisch Machbaren eine Lösung gegen die Gefahr eines Super-GAU's (schwerer Kernschmelzunfall mit massiver Freisetzung von Radioaktivität) zu finden; doch keine der geplanten technischen Vorkehrungen kann als «Lösung» bezeichnet werden: So sind die Sicherheitsvorkehrungen innerhalb des EPR gegen eine unkontrollierte Kernschmelze allesamt auf «Niederdruckkernschmelzen» ausgelegt. Ihre Funktionsfähigkeit ist sehr umstritten. Doch selbst unter der Annahme, daß diese Vorkehrungen ihren Sinn erfüllen könnten, liegt die Wahrscheinlichkeit, für eine Kernschmelze mit niederem Druck bei nur 3%. Weitaus wahrscheinlicher sind Hochdruckkernschmelzen (97%) - und gegen die ist auch der EPR nicht gewappnet. Die notwendigen Vorkehrungen sind ökonomisch nicht umsetzbar.

Der EPR- ein weiterer Beitrag zur Atommüllflut

Jedes neue Atomkraftwerk bedeutet ein weiteres Anwachsen des strahlenden Atommüllberges, dessen Entsorgung völlig ungeklärt ist.
Der EPR soll noch dazu eventuell mit sogenannten «MOX»-Elementen betrieben werden. Diese sind ein Produkt der «Wiederaufarbeitung», die die Müllmenge vervielfacht und eine immense Verstrahlung der Umgebung zur Folge hat.

Politische und wirtschaftliche Bedeutung: ein Reaktor für den Export

Der Markt im Nuklearsektor ist eng geworden. Dies veranlaßte Framatome und Siemens Ende der 80er Jahre, sich in bestimmten Bereichen enger zusammenzuschließen. Sie entwickelten den EPR gemeinsam. Für seine weltweite Vermarktung sowie zur Kooperation der beiden Firmen wurde das gemeinsame Unternehmen «Nuclear Power International» (NPI) gegründet.

Ab 2005 muß europaweit ein Großteil der konventionellen Kraftwerke ersetzt werden. Siemens und Framatome sind daran interessiert, den Fuß auf dem europäischen und internationalen Nuklearmarkt in der Tür zu halten; es geht bei dem EPR nicht nur um einen Reaktor in Frankreich, sondern um ein vorführbares Referenzmodell für den Weltmarkt!

Der schnelle Ausstieg ist möglich

Für die Anti-Atombewegung in Deutschland ist der angekündigte Ausstieg der Bundesregierung eine Farce.

Der Sofortausstieg ist möglich, für Deutschland einfacher als für andere Staaten. Das Ökoinstiut Darmstadt errechnete, daß es in Deutschland eine Überversorgung an Strom gibt Mit ihr ist selbst zu Hochlastzeiten eine Stromversorgung auch ohne Atomkraftwerke möglich. Selbst dann wären noch Überkapazitäten vorhanden.

Frankreich hat es mit einem Atomstromanteil von 82 % schwerer als andere Länder, aus der Atomenergie auszusteigen; aber auch hier ist ein schneller Ausstieg möglich. Die schnellstmöglichen Ausstiegsszenairen bewegen sich hier zwischen zwei und sieben Jahren. Denn auch Fankreich schwimmt im Strom, exportiert 15% seiner Energie (das heißt den Strom von 10 bis 12 Atomkraftwerken der insgesamt 58 Anlagen) und verwendet ca. 7% (3-4 Anlagen) der erzeugten Energie für den "Brennstoffkreislauf". Einen Großteil davon beansprucht die Urananreicherung.

Das Klimaargument 

Eines der Hauptargumente der AtomkraftbefürworterInnen ist das drohende Klimachaos. Die Atomenergie würde die CO2 Produktion verringern; genau das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die Existenz von Atomkraftwerken unterstützt maßgeblich die Zentralisierung der Energieversorgung und trägt damit zur Enörgleverschwendung bei. Die von zentralen Großkraftwerken erzeugte Energie kann nur zu 1/3 genutzt werden. Das heißt, daß 2/3 der ursprünglich einmal erzeugten Energie durch Abwärme- und Transportveriuste verloren gehen. Demgegenüber kann durch dezentrale Energieerzeugung eine weitgehende Vermeidung dieser Verluste erreicht werden. Hier beträgt die Energieausnufzung bis zu 90%.

So errechntete das Ökoinstitut für Deutschland, daß es im Falle eines Atomausstiegs zu einer CO2 Reduktion von 25% innerhalb von 15 Jahren kommen kann.

Eine klimatreundliche Energiepolitik muß also aus einer intelligenten Kombination aus Dezentralität, Kraft-Wärmekopplung, regenerativen Energiequellen und Energiesparen bestehen.

Von Deutschland nach Frankreich verlagerte Probleme

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Wenn Sie auf das Bild klicken bekommen die Karte im Orginal (40 KB) angezeigt.

La Hague
Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) für internationalen, zu großen Teilen deutschen Atommüll. In Deutschland war eine WAA zuletzt in Wackersdorf geplant. Bei der Wiederaufarbeitung wird aus den abgebrannten Brennelementen Plutonium und Uran getrennt. Anschließend werden sie zum Teil zu Mischoxid (MOX)-Brennelementen verarbeitet. MOX- Brennelemente sind teurer und im Gebrauch risikoreicher als normale Brennelemente. In der Wiederaufarbeitung verzwanzigfacht sich das Müllvolumen und es kommt zu einer erheblichen Verstrahlung der Umgebung. Zudem entstehen große Mengen atomwaffentauglichen, hochgiftigen Plutoniums.

Le Carnet
Möglicher Standort des EPR. 40.000 Menschen demonstrierten 1997 gegen seinen Bau.
Bure Endlagerstandort in Erkundung. Eventuelles Endlager für europäischen Atommüll.

Malville
Möglicher Standort des EPR sowie Standort des Schnellen Brüters (Superphänix), derzeit stillgelegt. Er wurde mit Plutonium der RWE (Rheinisch Westphälische Elektrizitätswerke) betrieben.

Cadarache
Fabrikation der MOX-Brennelemente (ursprünglich in Hanau, Hessen). MOX-Produktion unter anderem für einige deutsche AKWs.
Weitere auf der Karte eingezeichnete Orte sind mögliche Standorte des EPR.

Boykottiert Siemens!

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Hier die Unterschriftenliste.
Wir haben Ihnen zum runterladen eine extra Seite erstellt.


Anmerkung der Castor-Nix-Da Redaktion:
Bitte Bestellungen schriftlich an die BI-Lüchow-Dannenberg schicken.

Ich bestelle Exemplare des Informations - Blattes + Petition:

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  • 100 zu 15 DM
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Das Geld ist auf nachstehendes Konto überwiesen
Spendenkonto: Kreissparkasse Lüchow-Dannenberg, BLZ 25851335 KontoNr. 2050094, Verwendungszweck: EPR


Informationen über die Anzahl der Unterschriften unter 0033-4 72 00 85 85 oder im Internet 
http://www.sortirdunucleaire.org/100000.html

ViSdP: Francis B, Althoff, Im Rundling 21, D-29462 Schreyahn
 

Zur weiteren Information:
«BBU-Argumente/ EPR-Euroreaktor und Atomrechtsänderung, die Atomlobby rüstet sich ins nächste Jahrtausend», zu einer Schutzgebühr von 12 DM zu bestellen beim 
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V, 
Prinz-Albert-Str. 73, 
53113 Bonn, 
0228-214032

Weitere Informationen auch in dem Buch «Atomkraftwerke - unsicher und grundrechtswidrig» zu bestellen bei der 
Bürgerinitiative Umweltschutz e.V., 
Umweltschutzzentrum Hannover, 
Arbeitskreis Atom, 
30449 Hannover

Bearbeitet am: /ad


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