Pressemitteilung
der
BÄUERLICHE NOTGEMEINSCHAFT

(BAUERN GEGEN ATOM)

Bäuerliche Notgemeinschaft
c/o Susanne Kamien
Lange Str. 47,
29439 Lüchow
Telefon und Fax 05841-1829

Spenden Konto 138 67 300 Volksbank Clenze (BLZ Z58 619 90)

vom 02..02.2001

Bäuerliche Notgemeinschaft zum geplanten Castor-Transport:

Ein Käfig voller Narren

Aus einem Artikel in der Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 27. Januar 2001 geht hervor, das die Polizei auf die Kooperation mit der Bevölkerung Lüchow-Dannenbergs baut. In Gesprächen mit Anwohnern, Verbänden und Protestgruppen, möchte die Bezirksregierung ihr polizeiliches Konzept transparent machen: "Es geht darum, Verständnis für die unterschiedlichen Positionen zu bewirken und Vertrauen aufzubauen. Die Polizei ist dabei auf die Kooperation mit allen friedfertigen Bürgerinnen und Bürgern angewiesen und hofft auf deren Unterstützung,“ wird eine Sprecherin der Bezirksregierung zitiert.

Zur Transparenz der Polizeitaktik gehört u.a. der Aufbau von sechs transportablen Gewahrsamszellen in der Mehrzweckhalle der Polizeiunterkunft in Lüchow. Diese „Käfige“ sollten ursprünglich bei der Expo in Hannover eingesetzt werden. "Die Zellen sind nur für den Fall der Fälle aufgebaut worden. Wir hoffen sehr, daß wir sie nicht einsetzen müssen. Es ist ein Übel, das wir vorhalten müssen", verweist Polizeioberrat Peter Huber, Chef der Polizeiinspektion.

Die Bäuerliche Notgemeinschaft teilt die Meinung des Polizeioberrats, daß es sich bei den Käfigen um ein Übel handelt, allerdings ein unnötiges. Mit ihrer heutigen Aktion auf dem Marktplatz in Dannenberg protestiert die Notgemeinschaft entschieden gegen die Androhung der Ingewahrsamnahme. Gerade als Bauern werden wir uns gegen diese Form der „artgerechte Menschenhaltung“ zur Wehr setzen. Der Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel ist für die Landwirte aus dem Wendland Anlaß, ihren Widerstand gegen den bevorstehenden Castortransport Ende März zu unterstreichen.

In dem EJZ Artikel wird aus Sicht der Notgemeinschaft deutlich, daß bereits im Vorwege des angekündigten Castortransportes nach Gorleben bewußt Bilder von guten und bösen, friedfertigen und gewaltbereiten Demonstranten hervorgerufen werden. Sie empfiehlt der Bezirksregierung mit dem Parteirat der Grünen unter dem Vorsitz von Bundesumwelt-minister Jürgen Trittin, die Deeskalationsgespräche zu führen. Denn die „Latscher, Singer und Sitzblockierer“, wie Trittin die Transportegegner bezeichnet, stellen für die rot/grüne Bundesregierung und deren sogenannten „Atomkonsens“ offenbar ein Übel dar. Und für dieses Übel werden die „Gewahrsamszellen“ vorgehalten.

Statt nutzlosen und uneffektiven Gesprächen bietet die Bäuerliche Notgemeinschaft der Bezirksregierung Kooperationsbereitschaft an. Entlang der Schienen- und Straßentransport-strecke werden von der Einsatzpolizei die „Mehrzweckzellen“ verteilt, incl. Telefon, Toiletten, Ruhemöglichkeit und Decken. Die Notgemeinschaft sorgt mit Siloplane für einen Wetter- und mit Strohballen für Wärmeschutz. Zur Stärkung der erschöpften Demonstrationsteilnehmer wird „White Wendish“, eine einheimische Schafsmilchspezialität, von BI-Vorständlern gereicht. Unter einer Decke können Polizei und Widerstand dann den weiteren Einsatz und ein gemeinsames Vorgehen bei X-vier deeskalierend klären.

Kontakt::
Hermann Bammel 05844-276                

Bearbeitet am: 08.02.2001/ad


zurück zur Bäuerlichen Notgemeinschaft

zurück zur Homepage