X-1000mal Quer - Rundbrief an alle Unterstützer v. 10. 12. 1996


x-tausendmal quer

Gewaltf reie Blockade des nächsten Castor-Transports nach Gorleben

1. Rundbrief 10. Dezember 1996

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Resonanz auf den Aufruf zur gewaltfreien Blockade des nächsten CastorTransportes nach Gorleben "X-tausendmal quer", hat uns positiv überrascht. Zwischen 10 und 50 Briefe treffen jeden Tag bei uns ein. Die Zahl der Unterzeichnerinnen von Selbstverpflichtung und Solidaritätserklärung wächst und wächst.

Der Rücklauf zeigt uns, daß wir vielen Menschen aus dem Herzen sprechen, wenn wir für das "Querstellen" gegen den Castor mit einem klar definierten gewaltfreien Aktionsrahmen, festgeschrieben in der Ubereinkunft von "X-tausendmal quer", mobilisieren.

Unser ehrgeiziges Ziel scheint erreichbar, wenn wir und ihr weiterhin alle verfügbaren Kräfte dafür einsetzen, wirklich mit so vielen Menschen beim nächsten CastorTransport auf der Straße zu sein und so entschieden gewaltfrei zu handeln, daß die Polizei ernstliche Probleme bekommt, den Weg freizumachen,

Die Situation ist günstig: Der für November angekündigte Dreifach-Castor nach Gorleben mußte verschoben werden, da die Polizei nicht genügend Kräfte zusammenbekommen hat, um einen noch größeren Einsatz als bei den beiden bisherigen Transporten durchzuführen. Die Uberstunden vom letzten Tag X im Mai 96 sind noch längst nicht abgefeiert. Der Polizeistaat scheint in Gorleben an seine Gren zen zu geraten, wenn wir nur langen Atem beweisen und uns nicht einschüchtern lassen.

Wir haben Zeit gewonnen. Der neue Transporttermin soll irgendwann zwischen März und Mai '97 liegen, manche unbestätigten Quellen sprechen konkret von der Woche 3. bis 7. März. Inzwischen ist von Plänen die Rede, aus Kostengründen gleich sechs Castor-Behälter auf einmal nach Gorleben zu schaffen. Wir lassen uns davon nicht irritieren, sondern planen weiter unseren entschlossenen und gut vorbereiteten gewaltfreien Widerstand.

Mit jedem Tag steigt die Zahl der Menschen, die sich an "X-tausendmal quer" beteiligen wollen. Und je mehr Menschen nicht nur ihre Bereitschaft erklären, sondem auch dazu beitragen, unsere gemeinsame Idee weiter zu streuen und dadurch Mitstreiterinnen zu gewinnen, desto schneller wächst diese Zahl.

Deshalb bitten wir euch, in eurem Freundes- und Bekanntenkreis, in euren politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen, in eurer Stadt und eurer Region, bei Veranstaltungen, Treffen, Konzerten, an Infoständen, in Kneipen, Unis, Zentren, Läden und überall dort, wo es euch sinnvoll erscheint, den Aufruf "X-tausendmal quer" zu streuen und ihn bekanntzumachen.

Die Nachfrage nach den Aufruf-Faltblättern ist gewaltig. Verschiedene große Organisationen haben ihre Adressverteiler zur Verfügung gestellt, um den gewaltfreien Widerstand gegen den Atommüll-Tourismus zu unterstützen. Viele Unterzeichnerinnen haben schon zusätzliche Exemplare bestellt, um sie weiter zu verteilen. Leider kam es bei uns immer wieder zu Lieferengpässen und auch zu Pannen beim Versand, so daß einige Bestellungen viel zu lange liegenblieben.

Dafür bitten wir um Verständnis, sind unsere Kräfte doch angesichts der anfallenden Arbeit sehr begrenzt. Doch dazu weiter hinten mehr.


Basisdemokratie konkret: Der Sprecherinnenrat


Ein Wesensmerkmal von "X-tausendmal quer" ist es, möglichst viele Aktive an der Entscheidungsfindung über die Kampagne und die Aktionen am Castor-Tag zu beteiligen. Wir gehen davon aus, daß der Widerstand effektiver ist, wenn der Grad der Selbstbestimmung und der Koordination untereinander zunimmt. Deshalb ist ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung für "X-tausendmal quer" das Entwickeln und Einüben von basisdemokratischen Entscheidungsstrukturen.

Seit September trifft sich in unregelmäßigen Abständen ein Sprecherinnenrat der an "X-tausendmal quer" beteiligten Gruppen. Jede Gruppe kann zu diesen Treffen ein oder zwei Sprecherinnen schicken, um sich am Diskussions- und Entscheidungsprozeß zu beteiligen. Wer noch keine Einladungen zu den Treffen zugeschickt bekommen hat aber daran interessiert ist, kann sich bei uns melden.

Der Sprecherinnenrat hat sich bisher hauptsächlich mit Fragen befaßt, die den Ablauf in der "heißen Phase", also die Tage vor dem nächsten Tag X und den Transporttag selbst, betreffen. Auch der Charakter der Aktion, wenn der Castor kommt, und die Rolle des Sprecherinnenrats selbst wurden besprochen.

Der Sprecherinnenrat trifft Entscheidungen nach dem Konsens-Prinzip. Dabei war bisher für die beteiligten Gruppen genügend Zeit, die anstehenden Fragen zwischen den Ratstreffen zu diskutieren.

Während der "heißen Phase" wird es täglich mindestens ein Treffen des Sprecherinnenrats zu einer festgesetzten Zeit geben. Dabei soll versucht werden, die Entscheidungsebene so weit wie möglich bei den Gruppen selbst zu lassen und im Rat lediglich die Gruppenvoten zu vermitteln. Mit dieser Praxis gibt es positive Erfahrungen von anderen gewaltfreien Großaktionen.


Stand der Vorbereitungen


Traditionell ist es im Castor-Widerstand üblich, nicht erst dann auf die Straße zu gehen, wenn der Atommüll bereits Richtung Wendland rollt, sondern schon ab dem Wochenende vor dem möglichen Tag X zu demonstrieren und zu agieren.

Diese "heiße Phase" beginnt am Samstagmittag mit einer Großdemonstration, die, so sieht es das Konzept der Bl Lüchow-Dannenberg vor, diesmal in Lüneburg stattfinden soll. Nach Kundgebung und Aktion in Lüneburg werden sich diejenigen Menschen, die bleiben können, Richtung Wendland begeben. In LüchowDannenberg werden dann entlang der Transportstrecke verschiedene Camps errichtet, in denen die Aktiven übemachten, essen, ruhen, sich informieren und koordinieren können. Von diesen Camps aus werden dann in den folgenden Tagen weitere Qktionen starten.

Für Beteiligte an "X-tausendmal quer" gibt es dann die Möglichkeit, in einem dieser Camps zusammenzukommen und die "heiße Phase" gemeinsam zu verbringen. Die Tage werden genutzt, um sich auf die Castor-Blockade vorzubereiten, weitere Bezugsgruppen zu bilden, gewaltfreie Trainings durchzuführen und Entscheidungsprozesse einzuüben. (Natürlich werden auch Ubernachtungsplätze für all jene organisiert, deren körperliche Verfassung das Nächtigen in einem Camp nicht zuläßt.)

Es soll einen Streckenabschnitt geben, in dem am Tag X wirklich nur Aktionen nach der Ubereinkunft von "X-tausendmal quer" stattfinden, damit all jene, die sich bei der Vermischung verschiedener Aktionsformen zu unsicher fühlen, halbwegs einschätzen können, was da auf sie zukommt. Klar ist natürlich, daß sich auch Gruppen an anderen Streckenabschnitten nach der Ubereinkunft von "X-tausendmal quer" verhalten können.

Die Diskussion, in welchem Bereich auf der Straßentransport-Strecke zwischen Dannenberg und Gorleben die große Sitzblockade im Rahmen der Ubereinkunft von "X-tausendmal quer" stattfinden soll, ist noch nicht abgeschlossen. Dementsprechend gibt es auch noch keine Entscheidung über den Ort des "Basiscamps", daß ja möglichst nahe am "Aktionsbereich" liegen soll.

Ein wichtiger Aspekt von "X-tausendmal quer" ist es, auch noch am Tag X mögiichst vielen unorganisierten und spontan angereisten Leuten die Teilnahme am gewaltfreien Widerstand zu ermöglichen. Deshalb werden sich zahlreiche Bezugsgruppen darauf vorbereiten, auch kurzfristig noch Leute aufzunehmen.

Wir wollen die Situation vom letzten Castor-Transport vermeiden, als Tausende neben der Strecke verharrten, weil sie nicht gut vorbereitet waren oder nicht den Mut fanden, alleine auf die Strecke zu gehen.

Der Sprecherinnenrat hat sich ausführlich mit der Konkretisierung dessen beschäftigt, was basierend auf der Ubereinkunft von "X-tausendmal quer" am Castor-Tag geschehen soll. Da es auch unter den beteiligten Gruppen unterschiedliche Grenzen gibt, wie weit einzelne gehen wollen und/oder können, ist folgendes Modell entstanden:

Es wird einen für alle ersichtlichen Strekkenabschnitt geben, in dem wirklich nur Sitzblockaden stattfinden.

In einem anderen Bereich können im Rahmen von "X-tausendmal quer" auch andere kreative Aktionsformen einfließen. So wurde eine Frühstücksblockade mit Bänken und gedeckter Frühstückstafel vorgeschlagen, einige Gruppen wollen ihre Blockade durch Anketten verstärken, eine Wäscheleine mit Wäsche könnte aufgehängt werden, um den "Alltag" mit auf die Straße zu bringen, ein großer Widerstands-Chor, der im Wendland entstanden ist, könnte auf seine Weise zur Aktion beitragen...

Der Sprecherinnenrat hat sich gegen Materialblockaden (d.h. Baumstämme, Findlinge etc.) im Bereich von "X-tausendmal quer" ausgesprochen, wenn sie anonym bleiben. "X-tausendmal quer" versteht sich als gewaltfreie Aktion Zivilen Ungehorsams und ist in diesem Sinne öffentlich, sie verzichtet daher auf anonyme und konspirative Aktionsformen. Blockadeformen, die Angst einflößen, wie z.B. brennende Strohballen, sind im Rahmen von "X-tausendmal quer" ausgeschlossen.

Deshalb ist auch das "Ubrigens" in unse em Aufruf so wichtig, in dem steht, dar "X-tausendmal quer" sich als Aktionskonzept versteht, das neben anderen Former des Castor-Widerstandes stehen wird.

Trotz der Kritik und der zum Teil unsolida rischen Querschüsse sind wir weiterhin von der Chance, die in unserer Kampagnc liegt, überzeugt. Gerade auch der immen se Rücklauf an Selbstverpflichtungen unc Solidaritätserklärungen zeigt uns, daß Wil zumindes t einen erheblichen und rele vanten Teil der Castor-Gegnerinnen mi unserem Ansatz erreichen.

Es scheint eine Menge Menschen zu ge ben, die die Kraft offensiven gewalffreier Handelns höher einschätzen als diffusc Konzepte ohne inhaltliche Festlegung Was bleibt der Polizei, wenn die Zahl X be "X-tausendmal quer" größer und größe' wird? Wenn sie die Masche versucht, die "Querstellerinnen" in "friedliche Sitzblockiererinnen" und "gewalttätige Chaoten" zu spalten, um letztere verprügeln zu können, so stellt sie sich selbst eine Falle:

Denn dann können die "Friedlichen" nichl mehr verprügelt werden, die Verhältnismäßigkeit der Mittel verlangt eine "ordentliche Räumung". Und wenn da X-Tausende sitzen, dann dauert das ewig...

Wir bleiben mit den Kritikerinnen aller Lager im Gespräch und gehen davon aus, daß bis zur"heißen Phase" das Verständnis untereinander wächst. Schließlich ha. ben alle neuen Ansätze eine Weile gebraucht, bis sie im Wendland allgemein anerkannt waren. "X-tausendmal quer" ist auf dem besten Wege dazu.


Ein großer Berg Arbeit


"X-tausendmal quer" ist gut angelaufen. Da die Kampagne sich nicht auf einen Aktionsaufruf und ein bißchen Pressearbeit beschränkt, sondern umfassende Mobilisierung und Vorbereitung leisten möchte, entstehen vielfältige Arbeitsfelder, die es abzudecken gilt.

Es mangelt immer noch an Menschen, die uns bei der Bewältigung der anfallenden Arbeiten unterstützen. Weil zu viele Aufgaben noch auf zu wenigen Schultern lasten, bleiben organisatorische Probleme nicht aus. Dies ist für alle Seiten ärgerlich, nimmt es uns doch auch die Chance, alle in der Idee von "X-tausendmal quer" liegenden Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

Also: Zum einen eine Bitte an alle, die sich mit dem einen oder anderen Anliegen an uns gewandt haben und bisher keine Antwort bekamen: Seid ein bißchen nachsichtig, wir werden alles in unseren Kräften stehende tun, um den angefallenen Arbeitsberg abzuarbeiten.

Zum anderen der dringende Appell an alle, die Zeit und Kraft übrig haben, um "Xtausendmal quer" direkt zu unterstützen: Meldet euch bei uns, damit wir gemeinsam überlegen können, wie und was ihr helfen könnt. Wir sind davon überzeugt, daß alle für den Erfolg dieser Kampagne notwendigen Kräfte und Fähigkeiten im Kreis der Unterzeichnerinnen von "X-tausendmal quer" vorhanden sind.


Wir suchen

Menschen, die für eine oder mehrere Wochen ins Wendland kommen und hier im Büro von "Xtausendmal quer" mithelfen. Die möglichen Arbeiten: Briefe eintüten, Computer-Eingabe, Beantwortung von Anfragen, Teilnahme an Treffen, Mithilfe bei der Pressearbeit, konkrete Vorbereitung der Blockade, Koordination von Arbeitsabläufen, und, und, und... Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ihr arbeitet mit uns Leuten von der wendländischen Koordinationsgruppe von "X-tausendmal quer" eng zusammen und werdet auch eingearbeitet.

Eine Unterkunft wird von uns organisiert.

Interesse? Meldet euch am Besten schriftlich unter dem Stichwort "Mitarbeit" bei

"X-tausendmal quer", Dorfstr. 30, 29462 Blütlingen oder schickt ein Fax an 05843/7527



Trainings, Veranstaltungen, Offentlichkeitsarbeit, Rundbrief...


Die Vorbereitungen für "X-tausendmal quer" gehen weiter. Viele haben auf dem umfangreichen Rückmeldebogen diverse Kästchen angekreuzt, hinter denen sich. einzelne Arbeitsbereiche der Kampagne verbergen.

Es gab bis jetzt weit über 100 Anfragen bezüglich eines Trainings in gewaltfreier Aktion. Die Koordination dieses Arbeitsbereiches hat die Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion "Kurve Wustrow" übernommen, bei der ein großes TrainerInnenkollektiv angesiedelt ist. Die Kurve arbeitet aber auch mit Trainingseinrichtungen in anderen Regionen der Republik zusammen, so daß letztendlich ein Großteil der in der Bundesrepublik praktizierenden Trainerinnen in gewaltfreier Aktion für die Vorbereitung auf "Xtausendmal quer" zu Verfügung steht. Die Kurve verschickt auf Anfrage ein Infoblatt, in dem Inhaltliches und Organisatorisches zu den Trainings erläutert wird.

Kontakt: Kurve Wustrow, Kirchstr. 14, 29462

Wustrow, Tel.: 05843/507, Fax: 1405

Viele Einzelpersonen und Gruppen sind daran interessiert, Infoveranstaltungen zu "X-tausendmal quer" zu organisieren und suchen dazu noch Referentinnen. Zur Zeit planen wir für den Februar und, wenn der Castor dann noch nicht kommt, auch für den März größere Vortragsreisen durch die Republik. Vorher sind leider nur noch sehr wenige Termine frei, da es rund um den Jahreswechsel auch bei vielen Kampagnen-AktivistInnen eine kleine oder größere Pause gibt. Genaueres zu den Touren im Februar/März im nächsten Rundbrief. Koordiniert wird dieser Arbeitsbereich von Jochen Stay.

Kontakt: Jochen Stay, Landstr. 6, 29462 Güstritz,

Tel.: 05843/8868

Wer in Rundbriefen, Zeitschriften, Verbandsblättchen oder wo auch immer mit einem kurzen Artikel oder einer Freianzeige für "X-tausendmal quer" werben will, kann dazu Vorlagen verwenden, die von der Verdener Umweltwerkstatt für die Kampagne erarbeitet wurden. Zur Zeit wird in Verden auch ein Aktionshandbuch erarbeitet, in dem nützliche Informationen für alle an "X-tausendmal quer" Beteiligten kompakt zusammengefaßt sind.

Kontakt: Umweltwerkstatt, Herrlichkeit 1, 27283

Verden, Tel.: 04231/81046, Fax: 81048

Weiteres Infomaterial zu den Themen Castor, Gorleben und Anti-Atom gibt es beim Umwelt-Büchertisch oder bei der Bl Lüchow-Dannenberg.

Kontakt: Umwelt-Büchertisch, Landstr. 6,

29462 Güstritz, Tel./Fax: 05843/444

Bl Lüchow-Dannenberg, Drawehner Str. 3,

29439 Lüchow, Tel.: 05841/4684

Dieser Rundbrief soll ein wichtiger Bau stein der Demokratie innerhalb der Kam pagne sein. Wir werden alle Beteiligter (wenn es klappt) alle vier bis sechs Wochen über den Stand von "X-tausendma quer" und über aktuelle Diskussionen in formieren. Und wir hoffen, daß sich mög lichst viele Unterzeichnerinnen die Zei nehmen, um diese Seiten in Ruhe aufzu nehmen.

Wir hoffen auf gut vorbereitete und da durch couragiertere "Querstellerinnen". Wir sind bereit, unseren Teil zu diese' Vorbereitung beizutragen und dadurch euch die Schritte bis auf die Straße zwischen Dannenberg und Gorleben so leicht wie möglich zu machen. Aber die Schritte gehen müßt ihr alle selbst. Und es ist nicht damit getan, sich über Zugverbindungen ins Wendland zu informieren.


Bezugsgruppen und Regionalkontakte:


Unter Bezugsgruppe wird eine kleinere Zahl von Personen (etwa zwischen sechs und sechzehn) verstanden, die gemeinsam an einer gewaltfreien Aktion teilnehmen. Sie kennen sich gegenseitig, unterstützen sich in schwierigen Situationen, besprechen die gemeinsamen Erfahrungen im Anschluß an die Aktion. Jede Bezugsgruppe entsendet eine/n Vertreterin in den Sprecherinnenrat, um an demokratischen Entscheidungen über den Verlauf der Aktion teilzunehmen. Da die Gruppe die Aktion bereits gemeinsam vorbereitet hat, wissen die Gruppenmitglieder über die persönlichen Grenzen jedes/jeder Einzelnen. So können Gruppendruck vermieden und die Selbstbestimmung der Aktionsteil nehmerinnen so weit wie möglich gewahrl werden.

Selbstverständlich kann sich eine Bezugs gruppe auch dafür entscheiden. Am Aktionstag eine bestimmte Anzahl von einzelnen spontan Teilnehmenden aufzunehmen.

Auf dem Rückmeldebogen von "X tausendmal quer" haben einige Personen angegeben, daß sie bereits in Gruppen organisiert sind, andere, daß sie als lokale Kontaktadresse zur Verfügung stehen, wieder andere suchen noch Anschluß an eine Gruppe. Um letzteres zu erleichtern wollen wir im Januar-Rundbrief eine Liste der regionalen Kontaktadressen abdrukken, die wir zur Zeit zusammenstellen.

Was sind die Aufgaben einer "lokalen Kontaktadresse"? Die hinter dieser Anschrifl stehende Person oder Bezugspruppe gilt als lokale/r Ansprechpartnerin für alle Fragen, die mit der Aktion zusammen" hängen. Insbesondere hilft er/sie bei der Bildung und Organisation von neuen Bezugsgruppen, eventuellen lokalen Absprachen über Teilnahme an Sprecherinnenräten, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für die Kampagne auf lokaler Ebene.

Dazu können Infommationsabende organisiert werden. Wir sind gerne bereit, Referentinnen für solche Veranstaltungen zu vermitteln. Vielleicht bieten sich auch gemeinsam durchgeführte Aktionstrainings auf lokaler Ebene an.


Das liebe Geld


Bisher können wir uns nicht beklagen. Die Spendenbereitschaft der Unterzeichnerinnen von Selbstverpflichtung und Solidaritätserklärung ist beachtlich. Bis zum 26.11. sind 34.857,44 DM Spenden eingegangen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit großen und kleinen Beträgen daran mitgewirkt haben, daß die Kampagne in dieser besonders kostenintensiven Mobilisierungsphase schuldenfrei geblieben ist. Die Ausgaben haben bisher einen Betrag von etwa 37.000 DM erreicht. Darin enthalten sind allerdings Rücklagen für die geplanten Großanzeigen mit allen Unterzeichnerinnen in der Elbe-Jeetzel-Zeitung (EJZ).

Größte Posten auf der Ausgabenseite sind Druckkosten und Porto für die Aufrufe, Kosten für Inserate in der EJZ, Büromiete und Telefon.

In den nächsten Tagen und Wochen stehen nochmals größere Ausgaben an:

- Druck und Versand dieses Rundbriefes an weit über 1.000 Adressen

- Anzeigen in diversen Zeitungen

- Neuauflage des Kampagnen-Aufrufes

- Weitere Großverschickungen des Aufrufes an diverse Verteiler

- Druck und Versand des von schon vielen lange erwarteten "X-tausendmal quer"-Plakates,

- Abdeckung der laufenden Kosten wie Büromiete, Telefon, etc.

Alleine diese Punkte ergeben zusammen einen Finanzbedarf von etwa 15.000 DM. Doch wenn von euch, die ihr diesen Rundbrief lest, nur 150 Leute tief in die Tasche greifen und 100 DM spenden (oder 300 Leute 50 DM), oder 15 Organisationen 1.000 DM Unterstützung überweisen, dann kann die Kampagne schwungvoll ins neue Jahr gehen. Natürlich helfen auch kleinere Beträge.

Aktionskonto: Marie Dinkgrefe, Nr. 121017 6100, Volksbank Wendland,

BLZ 258 634 89


Wichtiger technischer Hinweis:


Bei der Eingabe der uns zumeist nur handschriftlich vorliegenden Adressen sind uns sicherlich zahlreiche Fehler unterlaufen. Wir bitten euch, auf dem Adreßaufkleber nachzuschauen und uns gegebenenfalls Korrekturen mitzuteilen. Gerade für die Veröffentlichung der Unterzeichnerinnen ist es doch nicht unwichtig, Namen und Orte korrekt wiederzugeben. Im nächsten Rundbrief, der Mitte Januar bei euch sein soll, wollen wir die komplette Liste der bisherigen Unterzeichnerinnen veröffentlichen.

Zum Schluß:

Eigentlich sollte dieser Rundbrief schon früher bei euch sein. Jetzt ist er für viele mitten in der beschaulichen oder stressigen Zeit vor Weihnachten gelandet. Wir hoffen, daß ihr trotzdem Zeit und Muße findet, ihn in Ruhe zu lesen und euch spätestens Anfang nächsten Jahres in die weitere Mobilisierung und die konkrete Vorbereitung für "X-tausendmal quer" zu stürzen. Vielleicht haben manche ja auch "zwischen den Jahren" die Zeit, dies oder jenes an unserer gemeinsamen Kampagne zu arbeiten. Übrigens geht dieser Rundbrief natürlich auch an alle diejenigen, die "nur" die Solidaritätserklärung unterschrieben haben. Wir wissen, daß manche aus verschiedensten Gründen die Selbstverpflichtung nicht unterschreiben konnten/wollten, obwohl sie beim nächsten Castor-Transport im Wendland dabeisein wollen. Doch auch diejenigen, die nicht kommen können, haben die Möglichkeit, sich über den Rundbrief auf dem Laufenden zu halten und weiter zur Verbreitung von "X-tausendmal quer" beizutragen.

Es gibt bestimmt auch in eurem/deinem Umfeld noch Menschen, die mitmachen würden, die aber noch nichts von "Xtausendmal quer" wissen...

Wir wünschen euch einen erholsamen Jahreswechsel und viel Power für die kommenden ereignisreichen Monate. Es liegt an jeder und jedem Einzelnen, ob unsere Vision Wirklichkeit werden kann! Herzliche Grüße aus dem schönen Wendland