Leserbrief der

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vom 03.12.2011

Widerstand soll kriminalisiert werden

Betrifft: Artikel »Grüße vom Golfplatz» (EJZ vom 30. November)

Da hat die Sondereinheit »Gruselkabinett und Märchenstunde» aus dem Hause Schünemann/Niehörster wieder ganze Arbeit geleistet: »Nägelgespickte Golfbälle (richtiger wäre schraubengespickte) werden auf Polizeibeamte geworfen.» Gruselig! Beim Betrachten der Fotos in der Zeitung kommen mir als Handwerker gleich zwei Fragen in den Sinn: Wie soll man diese »Wurfgeschosse» im Rucksack oder Stoffbeutel transportieren, ohne dass sich die Dinger gnadenlos miteinander oder dem Stoff verhaken? Wie wirft man diese »Waffen», ohne dass sie am Handschuh oder der eigenen Haut hängenbleiben, um dann nach fünf Metern zu Boden zu fallen? Ich behaupte einfach mal, dass den »Schwachmaten», die mit Steinen auf Polizisten werfen, diese Konstruktionen viel zu umständlich und uneffektiv sind; (es sei denn, sie stehen selber auf der Gehaltsliste der Polizei).

Ich denke, die »Golfbälle» werden sich nahtlos in die Geschichten einreihen: von Säure, die mit Zahnbürsten auf Polizei geschleudert wird, von Leuchtspurmunition, die von Demonstranten auf der Esso-Wiese abgefeuert wird, von einem Bombenanschlag auf dem Bahnhof bei Neetzendorf und so weiter. Alles Meldungen, die sechs Wochen später widerrufen wurden, allerdings auf Seite 5 und ganz, ganz klein. Dieses Vorgehen hat immer das Ziel, den Atomwiderstand zu kriminalisieren und ein hartes Durchgreifen der Polizeitruppen zu begründen.

Dirk Brüggemann

Bearbeitet am: 03.12.2011/ad


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