Leserbrief der

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vom 03.12.2011

Mit Knüppel und Faust

Betrifft: Castor-Transport

Es war uns bewusst, dass sich auch am Sonntag, dem 27. November, Polizeikräfte mit dem Befehl, die Demonstranten von den Gleisen fernzuhalten, in dem Waldstück Göhrde östlich von Dannenberg postiert hatten. Dennoch begaben wir uns mit etwa 50 weiteren Castor-Gegnern in den Wald, wo wir schon außerhalb des Verbotskorridors (50 Meter zur Schiene) von ambitionierten Polizisten gestellt wurden.

»Wenn ihr einen kriegen könnt, schnappt ihn euch!» So tönte der Einsatzbefehl, und wir ergriffen die Flucht. Um einem Mädel zu helfen, am Boden liegend, ein Polizist mit Knüppel auf ihr, blieben wir stehen. In dieser Sekunde wurden wir selbst mit Knüppel- beziehungsweise Fausthieben zu Fall gebracht und zu Boden gedrückt. Obwohl wir uns weder wehrten noch regten, schlugen sie uns mehrfach mit der behandschuhten Faust ins Gesicht.

Uns wirft man (versuchte) schwere Körperverletzung und Landfriedensbruch vor. Keiner von uns hat zu irgendeinem Zeitpunkt Gewalt angewendet oder angedroht. Dafür wurden wir mit blauen Augen, Blutergüssen und einer gebrochenen Nase belohnt. So viel zum Thema Deeskalation.

Nina Hensel und Markus Mayr,
Berlin

Bearbeitet am: 03.12.2011/ad


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