Leserbrief der

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vom 06.12.2011

Gewalt ruft immer Gegengewalt hervor

Betrifft: Atommülltransport

Und wieder einmal ist Atommüll unter Missachtung von Grund- und Menschenrechten nach Gorleben geprügelt worden. Wenn der Polizeieinsatz-Leiter Niehörster von Gewalt spricht, dann meint er doch wohl in erster Linie seine Polizei, die aufgezäumt daherkommt, als gelte es, den dritten Weltkrieg zu führen. Wer Waffen zeigt, sich mit Helmen und Polster schützt, mit Schlagstock und hoch zu Pferd gegen seine eigenen Landsleute vorgeht, der darf Gegengewalt nicht anprangern, denn Gewalt ruft immer Gegengewalt hervor.

Und dann wird immer wieder berichtet, die Polizei schütze den Castor, was bei mir Erstaunen auslöst. Ist es nicht der Auftrag der Polizei, die Bürger vor und gegen Unrecht zu schützen? Wenn nun die stromproduzierende Industrie Atommüll gegen den Widerstand der Bürger nach Gorleben verbringen lässt, dann ist dies ein strafrechtliches Vergehen und Missachtung der im Grundgesetz verankerten Menschenrechte. Ja, auch Missachtung der Demokratie, denn Demokratie heißt Volkswille, und der war in dieser Sache nie gefragt. Nein, nicht die Wahlen sind Volkswille, sondern in der Sache herbeigeführte Volksentscheide wie bei Stuttgart 21. Somit ist jeder Polizist, der sich für die Sicherung des Castor-Transports hergibt, ein poten-zieller Straftäter und mitverantwortlich für alle gesundheit- lichen Schäden, die sich infolge der permanenten Strahlung der oberirdisch abgestellten Castor-Behälter an den Menschen im Wendland einstellen.

Ja, Herr Niehörster, Sie und ihre willenlose Polizei sind federführend verantwortlich, für jeden an Strahlenschäden erkrankten Wendländer. Doch damit ist noch lange nicht genug, die Strahlen machen ja nicht halt an der Landkreis-Grenze, so werden im Laufe der Jahre die Landkreise Lüneburg, Uelzen, Altmark und so weiter mit verstrahlt, und auch die dort lebenden Menschen.

So gern ich den langen Weg nach Gorleben als Erfolg verzeichnen würde, war er nur ein Pyrrussieg, denn es wird weiterhin Atommüll produziert, den man dann immer wieder nach Gorleben bringen wird. Der Protest muss zwingend eine neue Form bekommen, die dort ansetzt, wo der Müll entsteht: bei den Kernkraftwerken. Wenn es uns gelingt, die Produktion zu stoppen, dann wird auch Gorleben endlich wieder frei werden, wieder leben dürfen. Wir müssen wieder einmal feststellen, dass die Politiker, allen voran Frau Merkel, uns belügen und nur um die Ergebnisse der nächsten Wahlen bemüht sind. Um weiterhin ihr Unwesen im Kanzleramt treiben zu können, tischt sie uns das Märchen von der Atomwende auf, und alle fallen wieder einmal drauf rein.

 

Herbert Flügel,
Lüchow

Bearbeitet am: 06.12.2011/ad


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