Leserbrief der

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vom 21.12.2011

»Einfach nur geschmacklos»

Zum Leserbrief »Dicht am deutschen Wesen» von Gerhard Has, Gartow (EJZ vom 10. Dezember)

Ich bin sehr bestürzt über den Leserbrief von BI-Mitglied Gerhard Has aus Gartow. In diesem Leserbrief hat Herr Has meine Kritik an einzelnen Demonstrationsformen gegen den Castor-Transport aufs Korn genommen.

Dabei hat er mich mit Lehrern aus der Zeit des Nationalsozialismus gleichgesetzt. Gerhard Has in der EJZ: »Diese Lehrer waren Mitläufer im heldenhaft gewonnenen Vernichtungskrieg gegen Juden und sonstige Untermenschen und fanden weißgewaschen anschließend passende Verwendung in den Schulen.»

Ich lasse mich als überzeugter Demokrat und praktizierender Christ nicht mit Nazi-Mitläufern gleichsetzen, nur weil ich ganz deutlich bestimmte Demonstrationspraktiken kritisiert habe. Konstruktive Kritik lasse ich mir gern gefallen, aber die scheinbar ironischen Äußerungen von Herrn Has sind einfach nur geschmacklos.

Das Ausmaß der Gräueltaten der Nazizeit ist schließlich dermaßen immens gewesen, dass niemand dies so einfach dazu instrumentalisieren darf, um andere politische Meinungen zu diffamieren. Als Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für das Thema »Extremismus bei Jugendlichen» stößt mir die Art und Weise, wie Herr Has seine Kritik formuliert, besonders übel auf.

Wer öffentlich derartige haltlosen Äußerungen von sich gibt, läuft, wenn auch vielleicht unbeabsichtigt, Gefahr, den Nationalsozialismus und seine furchtbaren Verbrechen zu relativieren. Und daran kann Herr Has wohl kein Interesse haben.

Mit dieser Masche verletzt Has nicht nur mich persönlich, sondern leistet einen Beitrag dazu, dass in der politischen Diskussion demnächst solche Vergleiche als normal empfunden werden. Dies verletzt dann den besonderen Schutz der Würde der Opfer des Nationalsozialismus, für den alle demokratischen Parteien in Deutschland verantwortlich sind.

Ich habe Herrn Has angerufen, um ihm Gelegenheit zu geben, sich bei mir zu entschuldigen. Dies hat er jedoch leider abgelehnt.

Eckhard Pols, MdB,
Lüneburg

Bearbeitet am: 22.12.2011/ad


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