Leserbrief der

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vom 22.12.2011

Eine Kapuze macht noch keinen Autonomen

Betrifft: Castor-Bilanz

Die Dreieinigkeit Schünemann-Niehörster-Pols kalauerte, als sie Entstaubtes als Novum verkaufte, was schon vorjährig im Castor-Sonderangebot war. Wie bereits etliche Leserbriefe äußerten, sind Polizeibeweise für gezielt organisierte, brutale Gewaltmittel Autonomer mehr als dürftig, vermutlich sogar tatsächlich inszeniert. Aus Mangel an Originalen.

Allein dass diese Vermutung real möglich ist, da x-mal belegt, ist Zeichen von tiefsitzenden Rechtsstaatlichkeitsproblemen bei Polizei, Sicherheitsorganen und Politik. Was nur in den vergangenen Tage an Vertuschung, Inkompetenz, Gedächnisschwund und so weiter, wenn nicht gar Sympathie bis Unterstützung in staatlichen Sicherheitsapparaten rechtem Terror gegenüber offenbart wurde, ist Grund genug für substanzielle Systemänderungen und lässt Polizeibeweise anzweifeln.

Vom Dreieinigkeitkeits-Trio ist zur Bekämpfung dieser Netze erwartungsgemäß wenig bis null zu hören. Kurz dazu: CDU/ CSU/FDP haben im Bundestag einen Zahlenprüfungsantrag rechter Gewaltopfer abgelehnt. SPD enthielt sich, da, wie so oft, meinungslos. Diese Volksparteien hatten eine Woche zuvor dort noch auf üblich schnief-betroffen gemacht und eine Minute gedacht: an zehn tote Bürger. Für jeden lange sechs Sekunden. Ja, eine Geste, die ankommt, mehr sagt, als wie sie zeigen sollte. Allein seit 1989 werden über 130 bis 140 Nazi-Morde im Land hingenommen. Nun, genaue Zahl weiß keiner, da selbst im Bundestag kein Klärungsbedarf besteht. Auch das ist eine Geste!

Zurück ins Wendland. Wo, bitte, ist Konkretes vom 450-fach bewaffnetem Autonomensturm, der massiv Polizisten angreift. Nur eine Kapuze macht keinen Autonomen. Golfbälle präparieren kann jeder zweitbeste Polizist. Die vorgelegten Präparate wirkten zudem unbenutzt. Kein Blättle, kein Grashalm, nix an den Schrauben. Niehörster nennt diese »Nägel», zeigt damit seine präzise, polizeiliche Beobachtungsgabe. Die EJZ zeigte nicht ein Foto, das belastbar auf 450-fache exzessive Gewalt hinweist, berichtete aber viel darüber. Oh, Pardon, ein Bild gab es am 28. November, Seite 9. Was sieht man? Eine einzige Figur, die etwas wirft. Wer, was, wohin? Interessant die blitzblank gepflegten Halbschuhe der Figur, die nicht wirkt, als würden sie seit Stunden/Tagen kämpfen. Kein Autonomer trägt solche Schuhe. Frage an die Polizei: Wie heißt der Kollege?

Das Bild daneben spricht dagegen Bände: Ein Polizist, hoch zu Roß, reitet eine Person brutalst möglich nieder. Da würde im umgekehrten Falle die Dreieinigkeit Mordversuch grölen. Lustig wieder das Foto am 2. Dezember in der EJZ. Eine kleine, zierliche Person, ein waffenloses Hemd, lediglich mit Klarsichtschutz, ach, und Kapuze natürlich, steht völlig verunsichert in Abwehr-, nicht in Angriffshaltung einem hochgerüsteten, bulligen Polizisten gegenüber. Wer wirkt gewaltiger?

Aus Mangel an Gewaltfotos für die Gewaltdebatte muss ausgerechnet dieses Bild auf der dritten Seite nochmals für die ausgeklügelt-exzessive Gewaltstrategie Autonomer herhalten. Polizei und EJZ: 6 und setzen!

 

Bodo Arndt,
Gühlitz

Bearbeitet am: 22.12.2011/ad


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