Leserbrief der

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vom 30.12.2011

Ein Konzept von vorgestern

Betrifft: Atommülltransport Alles aus?

Die Asse säuft ab. Probegrabungen in Gorleben sind teuer und umstritten. Der Euro kriselt.

Alle müssen sparen. Einige betagte Atommeiler wurden in diesem Jahr abgeschaltet. Immerhin!

Was werden unsere schlauen Politiker und Atom-Lobbyisten also tun? Sie werden natürlich aus den Maschinenhallen der abgeschalteten AKW die Turbinen und Generatoren ausbauen und nachfolgende Castoren dort einlagern, bis einem künftigen Schlauberger einfällt, was man mit dem Atommüll sinnigerweise Nützliches anstellen kann. Gut eingezäunt und bewacht sind diese Standorte ja schon, und Platz ist genug.

Das ist die preiswerte und sichere Alternative, weil man sie so immer im Blick hat, die Dinger, und jederzeit ran kann, wenn man will. Das Gesparte schicken wir dann nach Griechenland. Die alten Atomstandorte müssen ohnehin noch eine Weile gepflegt werden, sind aber für Schwertransporte gut zu erreichen, und die Bewohner im Umkreis, die über viele Jahre von den Meilern wirtschaftlich profitierten, haben sich mit den Atomanlagen inzwischen mehrheitlich arrangiert. Dort nix Protest also und Schienensitzen und Schottern und Knüppeln und Sprühen.

Das ohnehin fragwürdige Konzept einer Endlagerung in Gorleben oder anderswo ist somit vom Tisch. Verbuddeln und Gras drüber war ein Konzept von vorgestern. Heute sagt ja auch sonst kein Kind mehr »Müll», sondern nur noch »Wertstoffe».

Also freut euch! Oder seid ihr da auch gegen? So rein aus Reflex? Doch pssst: Was nun, Wendland? Wenn alle Protestanten weggehen, weil nix mehr los ist? Wer bleibt noch hier, wenn die Bauwagenkarawane weiterzieht?

Thomas von der Mühlen,
Gühlitz

Bearbeitet am: 30.12.2011/ad


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