Prozesse gegen Frontladerzinken-Adi

(News vom 12.01.1998 Prozesse eingestellt)

Am 12. 01. 98 um 8.30 Uhr beginnt im Amtsgericht Dannenberg der Prozeß gegen den Landwirt Adi Lambke aus Jameln.

Ihm wird vorgeworfen am 7. Mai 1996, einen Tag vor dein zweiten Castortransport
"..... versucht zu haben, andere Personen mittels eines gefährlichen Werkzeugs körperlich zu mißhandeln oder an der Gesundheit zu beschädigen."

Als sich anläßlich der Durchfahrt des Transporttiefladers für den Castorbehälter durch
seinen Heimatort Jameln dort eine Blockade bildete, die die Polizei mit Schlagstock und
Wasserwerfer abräumen wollte, stellte sich Lambke mit seinem Trecker spontan vor den
Wasserwerfer, auch um die meist jugendlichen Demonstranten zu schützen.
Die nun folgende Szene ging anschließend an jenem Tag durch die Medien. Die Polizisten
stürzten sich sofort auf den Trecker, traktierten den Altbauern mit Schlagstöcken und
zerschlugen die Scheiben. Bei der brutalen Treckererstürmung wurde Adi Lambkes Kopf
von hinten festgehalten, während man ihm mehrere male mit der Faust ins Gesicht schlug. Bauer Lambke hatte versucht seine Fahrzeugtür von innen mit einem Frontladerzinken zu verriegeln, was ihm jedoch nicht gelang.

Daß er dann versuchte mit diesen Zinken die brutalen Schlagstockangriffe abzuwehren, wird dem damals 65 jährigen Altbauem als Angriff mit einer Waffe auf die Polizisten ausgelegt. In unseren Augen eine völlig absurde Anschuldigung. Die Fernsehbilder belegen eindeutig, daß Adi Lambke zu keiner Zeit beabsichtigte irgendwelche Personen zu gefährden, geschweige denn zu verletzen.

Im Anbetracht der polizeilichen Übermacht wird dem ungeheuer gewalttätigen Vorgehen der Beamten ohnehin ein aussichtsloses Unterfangen. Adi Lambke nahm stellvertretend für uns alle das Recht auf Demonstration und Blockade der Castortransporte und Einlagerungen wahr. In unseren Augen steht das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit für uns und unsere Nachkommen vor den wirtschaftlichen Interessen der Atommafia und ihrer politischen Gefolgschaft.

Wir sehen in diesem Verfahren einen weiteren Einschüchterungsversuch gegen einen profilierten Mitstreiter gegen die Atomanlagen in Grorleben. Weder Gerichtsverfahren noch zerstochene Treckerreifen werden die Bäuerliche Notgemeinschaft von weiteren Aktionen gegen
Gorlebener Atomanlagen abhalten.

Weitere Verhandlungstage:

16. 1. 9,00 Uhr
19. 1, 11.00 Uhr
21. 1. 11.00 Uhr

Prozesse wurden nach dem ersten Verhandlungstag eingestellt !

Ergebnis der Hauptverhandlung gegen den Landwirt und Atomkraftgegner Adi Lambke aus Jameln wegen Nötigung, Widerstand gegen Vcllstreckungsbeamte und versuchte Körperverletzung.

Nach der Vernehmung von zahlreichen Zeugen der Polizei und der Augenscheinnahme in die vorliegenden Videoaufzeichnungen hat das Gericht auf Anregung der Staatsanwaltschaft und im Einverständnis mit der Verteidigung und dem Angeklagten überrraschend das Verfahren gegen Lambke eingestellt. Sowohl sämtliche Kosten muß das Land Niedersachsen übernehmen, als auch die Pflichtverteidigerauslagen in voller Höhe. Dieser Beschluß des Gerichts ist nicht mehr anfechtbar und damit endgültig.

Aus den Videoaufzeichnungen ging deutlich hervor, daß Bauer Lambkes "Schläge" lediglich der Abwehr von prügelden Polizisten diente. Die Bäuerliche Notgemeinschaft begrüßt die Einsichtbereitschaft der Staatsanwaltschaft und hofft das in Zukunft auf solche unnötigen, diffamierenden Verfahren zu Lasten des Steuerzahlers verzichtet werden kann.

Weitere Zeitungsberichte:


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