Atomkraftwerke abschalten!

Materialien zum Ausstieg aus der Atomenergie

Stuttgart, Juli 1986 Herausgegeben von den Grünen im Landtag von Baden-Württemberg Konrad-Adenauer-Str. 3
7000 Stuttgart 1 Tel. 0711/20 63-460

Gesamtherstellung und Titelgestaltung:
winhueter kollektiv, schorndorf Inhaltsverzeichnis

Vorwort
(in Auszügen)

Die Katastrophe von Tschernobyl hat es uns allen noch einmal und auf die schrecklichste Weise vor Augen geführt: Die Atomkraft ist eine Technologie, die nicht zu beherrschen ist und die unser aller Leben bedroht.

Die Anti-AKW-Bewegung und mit ihr die grüne Partei haben immer vor den Gefahren dieser unkontrollierbaren Technik gewarnt, und dennoch wünschen wir alle, wir hätten nicht recht gehabt. Die Folgen der Katastrophe von Tschernobyl sind noch immer nicht ganz zu überschauen. Sicher ist jedoch, daß wir und unsere Kinder auf Jahrzehnte einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt sind und bleiben, vor der es kein Entrinnen gibt. Die Zyniker und Technokraten aus der Atomlobby versuchen, diese Belastung als harmlos darzustellen und flüchten sich in eine Sicherheitsdebatte, die die Beherrschbarkeit der Atomtechnik suggerieren soll.

Zusammen mit allen besorgten und nachdenklich gewordenen Menschen sehen wir Grüne es als unsere politische Aufgabe an, endgültig mit dieser wahnwitzigen Technik zu brechen und aus der Atomkraft auszusteigen. Die Verantwortung für die Atomkraft kann von niemandem übernommen werden, auch nicht von unserem dummdreisten Bundeskanzler, dem nach Tschernobyl nichts anderes eingefallen war als auszuführen: Die Kernenergie sei "ethisch verantwortbar, umweltschonend und wirtschaftlich sinnvoll."

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist notwendig,

Der vorliegende Materialband wird abgerundet durch die Parlamentsreden, die Hans-Dieter Stürmer, Gerd Schwandner und Andreas Bernstorff im Stuttgarter Landtag vor und nach Tschernobyl zum Thema gehalten haben.

Der Ausstieg aus der Hybris der Atomtechnik ist nötig und möglich. An diesem Ausstieg müssen alle Bürgerinnen und Bürger mitarbeiten. Es ist kein Expertenprojekt von oben, sondern es ist nur durch Engagement und Kompetenz von unten durchsetzbar. Wir hoffen, mit vorliegenden Materialien zum Ausstieg einen Beitrag zu seiner Durchsetzung leisten zu können. Denn es reicht nicht, daß wir recht haben, wir müssen auch Recht bekommen.

Fritz Kuhn(Fraktionssprecher der Grünen im Landtag)
Winfried Hermann (stellv. Fraktionssprecher der Grünen im Landtag)


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