Der Streit um das Schwarzwald-Uran

Die Auseinandersetzung um den Uranbergbau in Menzenschwand im Südschwarzwald 1960-1991

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Das Radon-Bad Menzenschwand am Feldberg steht kurz vor der Realisierung. Wo bis in die 90er-Jahre hinein Uran gefördert wurde, sollen künftig rheumakranke Patienten mit radioaktivem Wasser schmerztherapiert werden. Jetzt legt ein Buch des ehemals Freiburger Geschichtsstudenten und heutigen taz-Journalisten Armin Simon die Zusammenhänge zwischen dem jahrzehntelangen Kampf der Gemeinde Menzenschwand/St. Blasien gegen den Uranbergbau auf ihrer Gemarkung und der Idee vom Radon-Bad offen. Für nähere Informationen steht ihnen der Autor Armin Simon unter der Telefonnummer 0178-8832446 zur Verfügung.

Zum Buch: Das „aussichtsreichste Uran-Vorkommen Westdeutschlands" entdeckte das niedersächsische Bergbauunternehmen Gewerkschaft Brunhilde Anfang der 1960er- Jahre im Krunkelbachtal bei Menzenschwand am Südhang des Feldbergs. Eine eigenständige bundesdeutsche Uran-Versorgung schien möglich, das Unternehmen hoffte auf kräftige Gewinne. Vor Ort indes ließ der Fund die Wogen hochgehen.

Weder die kleine Fremdenverkehrs-Gemeinde Menzenschwand noch die Natur- und Heimatschützer in der Region waren damit einverstanden, dass im Naturschutzgebiet Feldberg Uran gefördert werden sollte. Es dauerte keine zwei Jahre, da sorgte der Schwarzwälder „Uran-Streit" bereits bundesweit für Schlagzeilen.

Wie es dem kleinen Schwarzwald-Dorf gelang, den als „staatswichtig" angesehenen Uranbergbau zunächst jahrelang zu verhindern, und warum das Bergbau-Unternehmen dann trotzdem rund 100.000 Tonnen Uranerz fördern konnte – das hat der ehemals Freiburger Geschichtsstudent und heutige taz-Journalist Armin Simon anhand von Behörden-Unterlagen, Briefen und Zeitungsberichten erstmals detailliert untersucht. Packend und anschaulich schildert er, wie der Streit um die Nutzung des Feldberg- Urans Stück für Stück eskalierte. Er legt offen, wer sich warum mit der Gemeinde Menzenschwand verbündete und wer aus welchen Gründen auf Seiten der Uran- Sucher stand. Und er zeigt auf, welche Rolle der Naturschutz und die Anti-Atom- Bewegung in der jahrzehntelangen Auseinandersetzung um den Uranbergbau spielten.

Ausführlich beschreibt Simon in seinem Buch auch das Projekt „Radon-Heilbad Menzenschwand", das Anfang der 70er-Jahre helfen sollte, den Uranbergbau auf Menzenschwander Gemarkung zu beenden, und das heute – in stark reduzierter Form – kurz vor der Realisierung steht.


Literaturhinweis:
Armin Simon: Der Streit um das Schwarzwald-Uran. Die Auseinandersetzung um den Uranbergbau in Menzenschwand im Südschwarzwald 1960-1991. (Alltag & Provinz, Band 11. Hg. vom Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e.V.) Donzelli-Kluckert Verlag, Bremgarten 2003.

340 Seiten, 54 Abbildungen, ISBN 3-933284-11-2 14,80 Euro

Donzelli-Kluckert Verlag, Hauptstraße 2a, 79258 Bremgarten, Tel. 07633 – 949698 www.donzelli-kluckert-verlag.de

Das Buch ist der 11. Band in der vom Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e.V. herausgegebenen Reihe „Alltag & Provinz" zu regionalgeschichtlichen Themen.

Zum Autor:
Armin Simon (27), hat von 1995-2001 in Tübingen, Grenoble und Freiburg/Brsg. Neuere und Neueste Geschichte, Linguistik und Psychologie studiert und arbeitet seitdem als Journalist bei der Tageszeitung taz – die tageszeitung in Bremen.
Kontakt: Tel. 0178 – 8832446
oder E-Mail: ar.min@web.de

Bearbeitet am: 18.06.2003/ad


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