Stunkparade: über 500 Trecker

Polizeiliche Provokationen geplant?

+++Mit über 500 Treckern begann am Sonntag mittag bei herrlichstem Sonnenschein die "Stunkparade" der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Der Zug braucht mehrere Stunden für die 20 km vom Gorlebener Zwischenlager bis nach Splietau, in der Nähe des Verladekrans, wobei ihn Tausende von Wenden an der Strecke begleiteten und immer wieder mit großem Applaus die originellen Wagen bewunderten.

Allein die Polizei mochte sich mit Provokationen nicht zurückhalten. Hinter dem Konvoi der kilometerlangen Stunkparade rückten massive Polizeieinheiten vor. In Klein Gusborn legten sie Kampfanzüge an, und zwischend em Kundgebungsort und den umliegenden Dörfern bereiteten sich "Greiftrupps" auf ihren Einsatz vor.

Am Ortseingang von Splietau kam es zu ersten Konfrontationen, nach dem etwa 40 Polizisten auch Sachsen-Anhalt verhinderten, daß schon gut zwei Meter breite Löcher auf beiden Seiten der Straße zu einer breiten Asphalt-Untertunnelung wurden. Mit "haut ab!"- Rufen wurden die behelmten begrüßt, vereinzelt wurden sie mit Sand beworfen. Die Bitte, zum Zeichen des Deeskalationswillens die Helme abzunehmen, wurden von dem örtlichen Gruppenführer abgewiesen, "wir lassen uns doch nicht mit Dreck bewerfen".

Neonazi-Überfall in Dannenberg

Am Samstagabend wurden in der Dannenberger Innenstadt fürnf junge Atomkraftgegner vond rei stadtbekannten rechtsradikalen Skinheads mit einem Messer, Faustschlägen und Tritten attackiert. Dabei wurde einer der Atomkraftgegener durch den Messerangriff so schwer verletzt, daß er in das Dannenberger Krankenahus eingeliefert werden mußte.
Die örtlichge Polizei konnte die Täter kurz darauf festnehmen, bei einer Gegenüberstellung wurden sie eindeutig identifiziert. Dennoch lehnten es die anwesenden Beamten ab, eine Strafanzeige aufzunehmen, und gaben ihnen stattdesen den Rat: "Kommt doch morgen wieder". Der mutmaßliche Täter wurde hingegen auf freien Fuß gesetzt.

"Angesichts der heutigen Vorfälle in Hitzacker, wo wegen des angeblichen 'entfernen eines Gullydeckels' 13 Personen festgenommen wurden, ist das ein Skandal", so BI- Pressesprecher Mathias Edler. "Hätte ein Atomkraftgegener diese Straftat begangen, wäre er wegen 'versuchten Totschlags' bis zur Gerichtsvorverhandlung in Untersuchungshaft genommen worden", so Edler, das sei nun der "Rechtsstaat a la Kanther".

 


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