Pressemitteilung 26.3.2001

Tageszusammenfassung


Seit 6.45 Uhr rollt der Castorkonvoi aus La Hague zum Grenzbahnhof Lauterbourg/Wörth. 85 Tonnen hochradioaktiver verglaster Müll verteilt auf 6 Behälter sind nur ein Vorgeschmack dessen, was an Wiederaufarbeitungsmüll aus La Hague nach Gorleben transportiert werden soll: jährlich zwei Sixpacks in den nächsten 10 Jahren. Im Gegenzug sind 47 Anmeldungen für Castortransporte beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für dieses Jahr bereits offiziell bestätigt, 7 würden laut BfS mit großer Sicherheit nach La Hague rollen, um eine Entsorgungsfiasko („Verstopfung“) in den deutschen Atommeilern zu vermeiden. „Diese Planungen belegen eindrucksvoll, dass es hier nicht um die Abwicklung von Altlasten der Vergangenheit geht, wie der Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ständig beteuert, sondern um das Weiterso mit der Entsorgungslüge Wiederaufarbeitung“, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke
.
Die Situation an der Castortransportstrecke blieb den ganzen Tag über angespannt. Rund 600 Menschen gingen der Aktionsgruppe „X-1000-mal-quer“ trotz  ständiger Polizeibewachung bei Wendisch-Evern auf die Schiene. Nach einer stundenlangen Blockade wurden 400 Menschen in Schienenbussen nach Lüneburg transportiert und in „Verbringungsgewahrsam“ genommen.
Bei Nahrendorf machten sich rund 400 Menschen aus dem „Camp“ zu einer angemeldeten Mahnwache auf den Weg. Die Polizei kesselte 150 Castorgegner/innen ein und überführte sie nach Neu-Tramm in die Gefangenensammelstelle. Seit 21 Uhr werden die ersten Gefangenen wieder frei gelassen.
Sachschaden vermeldeten Spaziergänger, die u.a. bei Govelin feststellten, dass Schienen auf der Castorstrecke ausgehebelt waren.
In Hitzacker spielten Schülerinnen und Schüler der dortigen Freien Schule Skat auf den Gleisen und veranstalteten ein Volleyballtournier am Bahnübergang.
Eine Schüler/innen-Demo führte am frühen Nachmittag von Dannenberg nach Pisselberg.
400 Fahrradfahrer/innen und Skater machten sich um 16 Uhr auf den Weg: vom Castorverladekran in Dannenberg nach Gorleben einerseits, vom dortigen Zwischenlager retour zum Kran andererseits. In Klein Gusborn wurden sie von der Polizei festgesetzt, weil es „Unruhe“ in Splietau gab. Gemeint war, dass einige Hundert Castorgegner/innen sich dort auf dem Hof Harms eingefunden hatten, um die Sandsäcke abzuholen, die am 27. März zu einem eindrucksvollen Strahlenschutzwall an der Esso-Wiese in Dannenberg aufgeschichtet werden sollten. Dieser Strahlenschutzwall soll den Abschluss bilden nach einer Kundgebung am Dienstagabend um 18.30 Uhr auf dem Marktplatz in Dannenberg mit anschließender Demo zur Esso-Wiese.
Nun wird der Schutzwall nicht mehr ganz so eindrucksvoll hoch, denn vielen Spaziergänger/innen wurden schon auf dem Weg nach Dannenberg am Ortsausgang Splietau die Arme lang und sie ließen die Säcke auf die Transportstrecke plumpsen. „Tag X“ prangte darauf und der mahnende Hinweis auf den Artikel II des Grundgesetzes, den Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrheit.
Stundenlang dauerte die Besetzung der Straße an, nachdem Bauern mit 6 Traktoren in einer Blitzaktion den Ortsausgang Splietau noch zusätzlich sperrten. Schließlich fuhren noch Traktoren mit Hängern voller Sandsäcken, die für die Symbolaktion an der Esso-Wiese gedacht waren, an der Blockadestelle vorbei. 500 bis 600 Menschen rissen die Säcke von den Anhängern und schichteten sie zu einem Schutzwall auf. Die Polizei drängte die Menschen schließlich nach vier Stunden Besetzung die Straße und entfernte die Säcke mit schwerem Räumgerät.
Die Auseinandersetzung verlief glimpflich ohne große Zwischenfälle. „Trotz der massiven Polizeipräsens gelingt es immer wieder, mit phantasievollen Aktionen den Widerstandswillen zum Ausdruck zu bringen“, resümiert die BI. Mit Blick auf die kommenden Tage sei das ein gutes Omen. Tausende von Atomkraftgegner/innen ließen sich eben nicht in Gewahrsam nehmen: sie stellen sich quer!

Wolfgang Ehmke 0171/ 54 54 684
 
 

Pressemitteilung 26.3.2001
Tageszusammenfassung

Seit 6.45 Uhr rollt der Castorkonvoi aus La Hague zum Grenzbahnhof Lauterbourg/Wörth. 85 Tonnen hochradioaktiver verglaster Müll verteilt auf 6 Behälter sind nur ein Vorgeschmack dessen, was an Wiederaufarbeitungsmüll aus La Hague nach Gorleben transportiert werden soll: jährlich zwei Sixpacks in den nächsten 10 Jahren. Im Gegenzug sind 47 Anmeldungen für Castortransporte beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für dieses Jahr bereits offiziell bestätigt, 7 würden laut BfS mit großer Sicherheit nach La Hague rollen, um eine Entsorgungsfiasko („Verstopfung“) in den deutschen Atommeilern zu vermeiden. „Diese Planungen belegen eindrucksvoll, dass es hier nicht um die Abwicklung von Altlasten der Vergangenheit geht, wie der Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ständig beteuert, sondern um das Weiterso mit der Entsorgungslüge Wiederaufarbeitung“, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke
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Die Situation an der Castortransportstrecke blieb den ganzen Tag über angespannt. Rund 600 Menschen gingen der Aktionsgruppe „X-1000-mal-quer“ trotz  ständiger Polizeibewachung bei Wendisch-Evern auf die Schiene. Nach einer stundenlangen Blockade wurden 400 Menschen in Schienenbussen nach Lüneburg transportiert und in „Verbringungsgewahrsam“ genommen.
Bei Nahrendorf machten sich rund 400 Menschen aus dem „Camp“ zu einer angemeldeten Mahnwache auf den Weg. Die Polizei kesselte 150 Castorgegner/innen ein und überführte sie nach Neu-Tramm in die Gefangenensammelstelle. Seit 21 Uhr werden die ersten Gefangenen wieder frei gelassen.
Sachschaden vermeldeten Spaziergänger, die u.a. bei Govelin feststellten, dass Schienen auf der Castorstrecke ausgehebelt waren.
In Hitzacker spielten Schülerinnen und Schüler der dortigen Freien Schule Skat auf den Gleisen und veranstalteten ein Volleyballtournier am Bahnübergang.
Eine Schüler/innen-Demo führte am frühen Nachmittag von Dannenberg nach Pisselberg.
400 Fahrradfahrer/innen und Skater machten sich um 16 Uhr auf den Weg: vom Castorverladekran in Dannenberg nach Gorleben einerseits, vom dortigen Zwischenlager retour zum Kran andererseits. In Klein Gusborn wurden sie von der Polizei festgesetzt, weil es „Unruhe“ in Splietau gab. Gemeint war, dass einige Hundert Castorgegner/innen sich dort auf dem Hof Harms eingefunden hatten, um die Sandsäcke abzuholen, die am 27. März zu einem eindrucksvollen Strahlenschutzwall an der Esso-Wiese in Dannenberg aufgeschichtet werden sollten. Dieser Strahlenschutzwall soll den Abschluss bilden nach einer Kundgebung am Dienstagabend um 18.30 Uhr auf dem Marktplatz in Dannenberg mit anschließender Demo zur Esso-Wiese.
Nun wird der Schutzwall nicht mehr ganz so eindrucksvoll hoch, denn vielen Spaziergänger/innen wurden schon auf dem Weg nach Dannenberg am Ortsausgang Splietau die Arme lang und sie ließen die Säcke auf die Transportstrecke plumpsen. „Tag X“ prangte darauf und der mahnende Hinweis auf den Artikel II des Grundgesetzes, den Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrheit.
Stundenlang dauerte die Besetzung der Straße an, nachdem Bauern mit 6 Traktoren in einer Blitzaktion den Ortsausgang Splietau noch zusätzlich sperrten. Schließlich fuhren noch Traktoren mit Hängern voller Sandsäcken, die für die Symbolaktion an der Esso-Wiese gedacht waren, an der Blockadestelle vorbei. 500 bis 600 Menschen rissen die Säcke von den Anhängern und schichteten sie zu einem Schutzwall auf. Die Polizei drängte die Menschen schließlich nach vier Stunden Besetzung die Straße und entfernte die Säcke mit schwerem Räumgerät.
Die Auseinandersetzung verlief glimpflich ohne große Zwischenfälle. „Trotz der massiven Polizeipräsens gelingt es immer wieder, mit phantasievollen Aktionen den Widerstandswillen zum Ausdruck zu bringen“, resümiert die BI. Mit Blick auf die kommenden Tage sei das ein gutes Omen. Tausende von Atomkraftgegner/innen ließen sich eben nicht in Gewahrsam nehmen: sie stellen sich quer!

Wolfgang Ehmke 0171/ 54 54 684