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vom 07.04.2001

Störfall bei Castoreinlagerung in Gorleben/ erste Reaktion:

Protestkundgebung am Sonntag 14 Uhr vor den Toren des Zwischenlagers

Schon wieder gehen Atomkraftgegner/innen im Wendland auf die Straße. Als Protest gegen die Verharmlosung des Störfalls, der sich am 2. April bei der Einlagerung der sechs Castoren im Brennelementzwischenlager einen Störfall ereignet hat, wird am Sonntag um 14 Uhr in Gorleben demonstriert. Die Betreiberfirma BLG hatte den Zwischenfall als bedeutungslos heruntergespielt und unter der Kategorie "N" der Atomaufsicht, dem niedersächsische Umweltministerium, gemeldet. Demnach war die Bodenplatte des fünften von sechs Behältern als Folge eines erhöhten Druckaufbaus im Bereich der Neutronenmoderatoren deformiert. Angeblich entwich nur heiße Luft beim Aufsetzen des Behälters auf den Zwischenlagerstellplatz.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg wertet das Ereignis vollständig anders. Probleme mit der Ausdehnung der Neutronenmoderatoren, die in die Behälterwand der Castoren zwecks Strahlenminimierung eingelassen sind, waren seit langem bekannt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte deshalb verfügt, dass die Wärmelast der Behälter drastisch reduziert werden müsse, weil das Ausdehnungsverhalten der Moderatorstäbe falsch berechnet war. Offensichtlich findet mit jedem Transportvorgang ein großes Experiment mit ungewissem Ausgang statt, diesmal sei die Wärmelast nur abgeschätzt worden, folgert die Bürgerinitiative. "Man kann dehalb nur von Glück sagen, dass der Behälter keinen Belastungen wie bei einem Aufprall ausgesetzt war, denn der Druckaufbau in den Bohrungen der Behälterwand führt zur mechanischen Instabilität", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. "Ist die Zuverlässigkeit der Betreiber erst dann dahin, wenn bei einem Zwischenfall auch Radioaktivät austritt?" fragt die BI.

Ehmke: "Die Atomaufsicht soll den Laden endlich dicht machen! Das Castorkonzept gehört endlich auf den Prüfstand." Aber auch das BfS müsse sich einmal mehr kritische Fragen gefallen lassen, denn von dort aus gab es nach langer Debatte um dieses Problem trotzdem grünes Licht für den Transport Ende März. Wolfgang Ehmke 0171/ 54 54 684 od. 05863/98 30 76

Bearbeitet am: 07.04.2001/ad


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