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vom 15.09.2001

Warnung vor Atomkraftwerken und Castoren als Ziel von Terroranschlägen

BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg fordert von Trittin Absage des Castortransports nach Gorleben und die Stilllegung der Atomkraftwerke

"Es fällt schwer, angesichts der abscheulichen Anschläge in den USA Worte zu finden und zur politischen Tagesordnung überzugehen, aber die Vorstellung, dass Atomanlagen ebenso wie das World Trade Center oder das Pentagon Ziel von Terroranschlägen sein können, lässt uns keine Ruhe"- so beginnt der offene Brief, den die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg an den Bundesumweltminister Jürgen Trittin richtet.

Reaktorsicherheitsexperten bezweifeln, dass ältere deutsche Atomkraftwerke gezielte Abstürze überstehen könnten, erinnert die BI. Selbst Heinz-Peter Butz, der Sprecher der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln, gestand in einem Radiointerview ein, dass es in der Frage, bis zu welchem Maße ein AKW einem Angriff standhalten würde, "eine Grenze gibt, die wir nicht so genau kennen."

Wieder einmal sei etwas geschehen, was angeblich rein hypothetischer Natur sei. Bereits die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl resultierte aus einer Verkettung menschlichen und technischen Versagens - mit Tschernobyl verbinde sich in erster Linie andauerndes menschliches Leid und außerdem "der Beweis, dass die Atomkraft eine unbeherrschbare Technologie ist".

Weiter heißt es in dem Schreiben an Trittin: "Jetzt wurde mit dem gezielten Flugzeugabstürzen ein Szenario Wirklichkeit, was man eigentlich nur im Bereich der Phantasmagorie angesiedelt hätte. Es ist empörend, dass der GRS-Sprecher Butz die Gefahr für die AKW´s mit dem Hinweis herabspielt, ein AKW sei nur 50 Meter hoch und nicht 400 Meter wie ein Wolkenkratzer und deshalb weniger leicht zu treffen. Das Pentagon wurde schließlich ebenso Zielscheibe für den Terrorakt."

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke appelliert an den Bundesminister mit Blick auf den geplanten nächsten Castortransport, der für Anfang November aus La Hague nach Gorleben rollen soll, zu intervenieren :"Nun gibt es nichts mehr, wovor wir nicht gewarnt hätten, nun hat es jedes Katastrophenszenario gegeben, und wir fragen Sie, Herr Minister, ob Sie, Ihre Mitarbeiter, Ihre Parteifreunde und Ihr Koalitionspartner den unverantwortlichen weiteren Reaktorbetrieb in ihrem Verantwortungsbereich dennoch verantworten wollen.

Atomkraftwerke sind "schlafende Bomben", und das gilt gleichermaßen auch für alle jene Castortransporte. Deshalb schalten Sie die Atomkraftwerke ab, Herr Trittin, und stoppen Sie die Castortransporte."

Wolfgang Ehmke
Pressesprecher
0171-54 54 684

Bearbeitet am: 15.09.2001/ad


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