Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 06.01.2012

Jülich-Ahaus-Gorleben: ein nukleares Dreieck?

BI Umweltschutz: "Atommülldilemma pur"

Die geplanten Transporte von 152 CASTOR THTR/AVR Behältern aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus berühren möglicherweise auch Gorleben. Da es in Ahaus keine Möglichkeiten gibt, die über 300.000 Brennelement-Kugeln endlagergerecht zu konditionieren, verweist das Bundesumweltministerium auf die Pilot-Konditionierungsanlage in Gorleben (PKA). "Jülich – Ahaus – Gorleben: ein nukleares Dreieck?" Für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) zeigt die Antwort des BMU "die ganze Hilflosigkeit und Konzeptlosigkeit im Umgang mit den strahlenden Hinterlassenschaften des Nuklearzeitalters, es ist ein Atommülldilemma pur", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
Gefragt hatte die BI Ahaus, die besorgt ist, dass die 152 THTR/AVR-Castorbehälter vom Forschungszentrum Jülich ins Brennelemente Zwischenlager Ahaus (BZA) verbracht werden sollen, obwohl weder die Behälter noch die Abfälle endlagerfähig sind. Dazu müssten die 300.000 Kugeln auf jeden Fall neu und feuersicher verpackt werden. In der Antwort des BMU vom 2.01.2012 heißt es wörtlich: "Die existierende Pilotkonditionierungsanlage in Gorleben hat, wie Sie wissen, für diese Aufgabe keine Genehmigung; sie ist jedoch grundsätzlich dafür geeignet."
Die BI Lüchow-Dannenberg unterstützt die BI Kein Atommüll in Ahaus hinsichtlich der Forderung, dass der geplante Atommülltourismus unterbunden werden muss. "Immer neue Transporte führen zu immer neuen Problemen. Wir halten es das für unverantwortlich. Solange sich in der Endlagerfrage keine Lösung abzeichnet, muss es bei der Haltung bleiben, nichts rein – nichts raus", unterstreichen die Sprecher der beiden Initiativen Felix Ruwe und Wolfgang Ehmke.


Hintergrund:
Abfälle aus dem Forschungszentraum Jülich, die Konditionierung der hochradioaktiven und brandgefährlichen Abfälle sind aus folgenden Gründen unverantwortlich:

1. Das FZJ möchte den Atommüll unbedingt loswerden, obwohl der Müll in der aktuellen Form nicht endlagerfähig ist!

2. Der Atommüll ist mit großen Mengen radioaktiv verseuchtem 14C (Kohlenstoff/14 mit einer Halbwertszeit von gut 6700 Jahren) belastet und extrem brennbar.

3. Entweder muss der Atommüll in einem bis heute noch nicht entwickeltem Prozess mit einer chemisch komplizierten Wiederaufarbeitungschemie getrennt bzw. aufbereitet werden oder die 300.000 Brennelementekugeln müssen in sehr kleinen Gebinden feuersicher neu verpackt werden.

4. Die CASTOR THTR/AVR Behälter sind zur Endlagerung nicht zugelassen! D.h. bevor der Atommüll in ein Endlager kommt, muss er auf jeden Fall neu verpackt werden. Das ist zur Zeit nur in Jülich möglich. Dort sind noch die Vorrichtungen zum fernbedienten Handhaben der Brennelemente vorhanden. Außerdem sind die verantwortlichen Wissenschaftler und Techniker, die diese Prozesse abhandeln können, noch im FZJ.

5. Wenn das FZJ sich wunschgemäß von dem Atommüll getrennt hat, ist zu befürchten, dass alle noch benötigten Einrichtungen zur notwendigen Atommüllbehandlung abgebaut werden.

6. Da in Ahaus keine Möglichkeiten zur Reparatur defekter CASTOR Behälter vorhanden sind, muss bei jeder Störung bzw. bei möglichen Dichtungsproblemen der CASTOR zurück

nach Jülich!

Bearbeitet am: 06.01.2012/ad


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