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vom 07.08.2017

BGE startet Endlagersuche

Seit Freitag vergangener Woche hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) damit begonnen, geologische Daten zu erheben. Dies ist der erste Schritt im neuen Standortauswahlprozess für die Suche nach geeigneten Endlagerformationen in Deutschland.

Ausgehend von der „weißen Landkarte“ sammelt die BGE zunächst Daten, mit denen sie die im Gesetz festgelegten Ausschlusskriterien auf das gesamte Bundesgebiet anwenden kann. Dabei handelt es sich um tektonische, bergtechnische und hydrogeologische Daten.

Doch diese „weiße Landkarte“ hat bereits, so die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), mit der Asse II und Morsleben einige schwarze Flecken, den „dicksten Flecken“ bekanntlich in Gorleben.

Jahrelang wurde allein der Salzstock Gorleben durch eine „Veränderungssperre“ vor möglichen Eingriffen geschützt, die seine Eignung als künftiges Atommüllendlager gefährden könnten. Durch die Novelle des Standortauswahlgesetzes (StandAG) wurde diese Veränderungssperre jetzt generalisiert. Basis ist der §21 dieses Gesetzes. Nunmehr sind alle Gebiete grundsätzlich „vor Veränderungen zu schützen“, die die potentielle Eignung zur Errichtung eines Endlagers besitzen, “natürlich” auch der Salzstock Gorleben.

Tiefe Bohrungen sind in dem fraglichen Zeitraum im gesamten Bundesgebiet erstmal nicht mehr zugelassen. Für jedes Vorhaben muss eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE)) muss gefragt werden. Proteste gibt es bereits vonseiten des Bundesverbandes Geothermie.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke verweist in diesem Zusammenhang auf eine Stellungnahme der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). In diesem Bericht für die Endlagerkommission hatte die BGR eingeräumt, dass nur ein Bruchteil des Bundesgebiets tiefengeologisch erschlossen sei. Der Bericht listet die Verteilung der Bohrungen sowie die seismischen Untersuchungen auf. (siehe: http://www.bundestag.de/blob/335562/c545dd6288a2c1f09cdab96100350954/kmat_11_bgr-data.pdf

Auffällig ist dabei, dass das Fazit, in dem behauptet wird, dass es einen guten Kenntnisstand gebe, im krassen Gegensatz zu den konkreten, gebietsbezogenen Ausführungen steht. Selbst für Niedersachsen, das wegen seiner Gas- und Salzvorkommen besser als andere Bundesländer tiefengeologisch erschlossen wurde, heißt es wörtlich: “So erreichen in Niedersachsen nur knapp 10 % von insgesamt mehr als 330.000 Bohrungen Tiefen von mehr als 100 m und lediglich 3 % Tiefen von mehr als 800 m.”

Aus Sicht der BI fehlen die Voraussetzungen für die Endlagersuche. Der enge Fokus auf bekannte mögliche Standortregionen müsse endlich überwunden werden. “Im Kern geht es um die Notwendigkeit, den Untergrund viel besser zu erforschen, denn es gibt in dem Sinne tatsächlich eine ‘weiße Landkarte’ Deutschlands, weil man eben nicht viel weiß. Allerdings gibt es ein großes Wissen um die Unzulänglichkeit des Salzstocks Gorleben”, erinnert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

 

Bearbeitet am: 07.08.2017/ad


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