Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 13.02.2019

Eiszeiten ein Ausschlusskriterium bei Endlagersuche?

Werden bei der Endlagersuche künftig auch Regionen ausgeblendet, die von künftigen Eiszeiten bedroht sind? Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) hatte immer wieder gefordert, dass Gebiete, die von „glazialen Ereignissen“ betroffen sein werden, genauso wie Erdbebengebiete oder Gebiete, in denen es schon einmal Vulkanismus gegeben hat, bei der Suche nach einem Atommüllendlager ausgeschlossen werden. Das würde weite Teile der norddeutschen Tiefebene und den Ostseeraum betreffen.

Einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) zufolge werden bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) derzeit 16 Konzept durchgespielt. Es gehe um die Kombination verschiedener Eigenschaften, erklärte demnach Dr. Jörg Tietze, Bereichsleiter Standortauswahl bei der BGE. Wie ist die Situation über Tage, wie ist das Endlagerbergwerk beschaffen und wie der konkrete Einlagerungsbereich?

„Deswegen untersuchen wir nicht nur ein Wirtsgestein, sondern ganze Konzepte“, sagt Tietze der WAZ. Dazu gehöre auch, dass künftige Ereignisse und die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens in die Betrachtung mit einfließen. „In Deutschland ist eine Eiszeit zum Beispiel nicht unwahrscheinlich“, sagte Tietze. Das müsse man bei der Standortbestimmung einplanen, weil sich die geologischen Gegebenheiten in der Zukunft verändern können.

In den nächsten 100.000 Jahren werden weite Teile Norddeutschlands und der Ostseeraum überhaupt nur für wenige 10.000 Jahre eisfrei sein, unterstreicht die BI. Daher sei es wichtig, die Prozesse zu berücksichtigen, welche durch das Gewicht des Eises in der Erdkruste auslöst werden. Vor allem, wenn Salzstöcke im Hinblick auf die Lagerung von radioaktivem Abfall untersucht werden und Sicherheit für eine Million Jahre gewährleisten sollen.

Warnungen von Wissenschaftlern, dass durch diese Eislast der Untergrund bis in zwei Kilometer Tiefe faktisch durchgewalkt wird, was in der Folge wieder zu Wasserwegsamkeiten führen kann, werden offensichtlich endlich zur Kenntnis genommen,“ konstatiert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die BI verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass im Salzstock Gorleben-Rambow Permafrostrisse nachgewiesen seien.

 

Bearbeitet am: 13.02.2019/ad


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