Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 21.06.2019

233 Atommüllfässer verschwunden?

Rostfässer in Gorleben machten in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen. 26 schadhafte Fässer wurden bei Inspektionen im Zusammenhang mit einer Auslagerungskampagne entdeckt, mal war nur Farbe abgeplatzt, mal waren sie an- oder sogar durchgerostet.

Der Grund für die Auslagerungskampagne der insgesamt 1.309 Gebinde war, dass die Einlagerungsgenehmigung dieser Einzelfässer am 13.06.2019 auslief. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V (BI) vermisst nun eine entsprechende Klarstellung seitens der Betreiberfirma BGZ bzw. der Atomaufsicht, also des niedersächsischen Umweltministeriums, ob die Auslagerungskampagne zeitgerecht abgeschlossen wurde.

Das zufällige Bekanntwerden von Befundfässern, das fehlende Inspektions- und Überwachungskonzept der Betreiberfirma hatten das Umweltministerium zu Beginn des Jahres 2016 dazu veranlasst, eine umfassende Inspektion aller Fässer anzuordnen.

Die Fässer wurden in Anlagen der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Duisburg-Wanheim oder Jülich transportiert, um dort "konradgängig" verpackt zu werden. Geplant ist am Ende die Einlagerung des Atommülls in das hoch umstrittene Endlagerung Schacht Konrad bei Salzgitter.

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen hakten mit einer parlamentarischen Anfrage nach und die Antwort der NRW-Landesregierung lässt aufhorchen: 1181 Fässer wurden demnach insgesamt nach Jülich und schließlich nach Ahaus gebracht, schreibt Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, in seiner Stellungnahme.

Er präzisierte, dass alle aus Gorleben abtransportierten Fässer in Jülich für die in Konrad bei Salzgitter vorgesehene Endlagerung vorbereitet werden, ehe sie zur Zwischenlagerung abgegeben werden. 587 Fässer befänden sich bereits im Rheinland, 488 in Ahaus. In der Summe macht das 1075. „Über ausstehende Transporte hat die Landesregierung derzeit keine Kenntnisse“, heißt es in Laumanns Stellungnahme. Somit fehlen zu den von Laumann angegebenen 1181 Fässern 106, wundert sich die Grünen-Politikerin Wibke Brems.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) stolpert ebenfalls über diese Zahlenangaben und fragt ihrerseits, was mit den 127 Fässern geschehen ist, die in der Gesamtbilanz noch fehlen. Somit sind insgesamt 233 Fässer verschwunden.

Bearbeitet am: 21.06.2019/ad


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