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vom 01.07.1992

BI: GNS hält Neubauten für notwendig

BLG: Keine konkreten Pläne Erweiterungsbauten in Gorleben?

gel Gorleben. Hat die Brennelementlagergesellschaft (BLG) in Gorleben für das dortige Zwischenlager sogar Neubaupläne in der Schublade?

Darüber spekuliert zur Zeit die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI), nachdem ihr Inhalte eines Papiers der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) bekannt wurden. Die BLG, Tochterfirma der GNS, dementiert halb: Man habe keine „konkreten Pläne" in der Schublade, meint Pressesprecher Jürgen Auer. Allerdings: Zur Zeit würde die GNS mögliche Standorte für Kapazitätserweiterungen prüfen – und dazu zähle eben auch Gorleben. Das sei aber „nichts Neues". Vom Gelände her wären in Gorleben auch keine Probleme zu erwarten, meint Auer.

Die Entscheidungen über Erweiterungsbauten überhaupt würden aber erst getroffen werden, wenn in Sachen Schacht Konrad Klarheit herrsche. Atomare Abfälle aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague müßten die deutschen Atomkraftbetreiber ab 1994 zurücknehmen, so die BI. Unter anderem verglaste Spaltprodukte sollen ,dann im Brennelement-Zwischenlager Gorleben untergebracht werden.

Der Genehmigungsantrag dazu liegt beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter. Insgesamt, so habe die BI erfahren, sollen Stellplätze im Castorlager zu einem Drittel für die Wiederaufarbeitungsabfälle reserviert werden. BLG-Pressesprecher Auer bestätigt: „Diese Größenordnung kommt hin." Die GNS rechne jedoch mit Lagerungsengpässen, wenn ab 1997 auch große Mengen an mittelund schwachaktiven Abfällen zurückgenommen werden müssen, so die EI. Dazu seien auch Neubauten erforderlich. Wörtlich zitiert die BI aus dem Papier: „Diese seien hauptsächlich an den Standorten der bereits bestehenden Läger geplant."

Diese Formulierungen geben, meint BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, den Spekulationen Auftrieb, daß die BLG auch für Gorleben nicht nur die Aufhebung der Gesamtaktivitätsgrenze „im Schilde" führe, sondern auch an Neubauten denke.

Das tut sie eben, nach Auskunft der BLG, (noch) nicht, Auch im Umweltministerium, der Genehmigungsbehörde, ist darüber nichts bekannt. Daß ein Neubau in Gorleben aus Sicht Hannovers aber durchaus auch ein mögliches Szenario sei, bestätigte gestern eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber der EJZ. „Soll uns auf diesem Wege auch im Faßlager hochaktiver Müll untergeschoben werden?" fragt die BI zu einem weiteren Detail aus dem GNS-Papier, Im Zusammenhang mit der zur Zeit in Hannover geprüften Nutzungserweiterung für das Faßlager verweise die GNS auch auf die Einlagermöglichkeit von Gußbehältern des Typs „90 T" und „90 TB".

Diese Behälter sollen auch hochaktives Material aufnehmen können, das später im Salzstock in Bohrlöcher versenkt werden könnte. „Barer Unsinn", kontert BLG-Sprecher Jürgen Auer und hat dabei die Unterstützung des Umweltministeriums: Die Genehmigung für die Gußbehälter werde mit der Auflage verknüpft, so eine Sprecherin aus dem Umweltministerium, daß sie hochaktives Material nicht enthalten dürfen. Zudem sei eine zu hohe radioaktive Belastung dann auch von außen meßbar.

 

Bearbeitet am: 10.07.2017/ad


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