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vom 01.09.1992

Horn antwortet der BI Umweltschutz:

Blähfässer nicht auszuschließen

1r Gorleben. Die Auslagerungskampagne im Faßlager Gorleben gab aus Sicht der hiesigen Atomkraftgegner im Juli Anlaß zu einer Reihe von Fragen, die vom niedersächsischen Umweltminister relativ zügig beantwortet wurden.

Der Sorge, daß beim Umstapeln der Atommüllfässer und ihrem Abtransport keine Kontrolle der Gebinde durch unabhängige Gutachter stattfinde, trat Staatssekretär Horn in seiner Antwort an die BI entgegen. Sowohl der TÜV Hannover als auch die Gewerbeaufsichtsämter Lüneburg und Duisburg würden die Auslagerung der Einzelfässer „begleiten". Nach Ansicht des Umweltministeriums gebe es auch keine Anzeichen, daß mehr als 302 Fässer Kontakt mit dem belgischen Forschungszentrum Mol gehabt hätten.

Die BI Umweltschutz hingegen ging, gestützt auf einen Bericht der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, davon aus, daß die Begleitpapiere wenig Aussagewert hätten und weitaus mehr Fässer in Verdacht stehen können, aus dem belgischen Mol auch über Umwege angeliefert worden zu sein.

Ob es beim Aussortieren der nahezu 1300 Fässer weitere Fässer mit Blähund Rosterscheinungen gebe, sei nicht auszuschließen, meint Horn.

Die Bürgerinitiative möchte gewährleistet sehen, erläuterte in diesem Zusammenhang ihr Sprecher Wolfgang Ehmke, daß „sich die Öffentlichkeit ein umfassendes und ungeschminktes Bild vom Entsorgungsdebakel machen kann".

Die Auslagerung der Fässer selbst nach fehlerhafter Konditionierung werfe schon ein besonderes Licht auf die „angebliche Zuverlässigkeit der Betreiber". Eine weitere Befürchtung der Bürgerinitiative Umweltschutz, daß bitumierte Fässer oder gar hochaktive Hülsen und Strukturteile im „Abfallager Gorleben", so der offizielle Terminus, gelagert würden, begegnet Horn durch Hinweis auf den § 3 der Strahlenschutzverordnung, das der Umgangsgenehmigung im Faßlager zugrunde liegt: Weder bitumierte Abfälle noch hochaktiver Müll seien im Faßlager zulässig.

Abschließend erneuerte Horn seine Zusage, daß vor einem Entscheid über den Antrag der Brennelementlagergesellschaft (BLG) zur Nutzungserweiterung eine öffentliche Informationsveranstaltung im Landkreis stattfinden werde.

Bearbeitet am: 08.09.2017/ad


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