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vom 31.01.1994

Noch immer fällt Flüssigkeit an der Sohle an - DBE will weiterteufen

Woher kommt die Lauge im Schacht I?

gel Gorleben. Auch rund zwei Monate nach den erneuten Flüssigkeitszuläufen im Erkundungsbergwerkschacht I für ein atomares Endlager in Gorleben (wir berichteten) ist nicht klar, wo die Lauge herkommt. Zwar ist die Sohle nach Auskunft des niedersächsischen Umweltministeriums und der Erbauerin DBE mittlerweile trocken. Doch nach wie vor fallen in Kontrollbohrlöchern zwei his fünf Milliliter an Lauge pro Minute an.

 

Bild: ZWEI BIS FÜNF MILLILITER AN LAUGE fallen derzeit pro Minute in zwei Kontrollbohrlöchern an der Schachtsohle an. Die Erbauerin DBE will nun weiterteufen. damit der Gebirgs- druck Mikrorisse überdrückt. 2 Aufn.: DBE

Es gebe derzeit im Schacht „keine akute Gefährdung", sagt Eva-Maria Rexing, die Pressesprecherin von Landesumweltministerin Monika Griefahn. Doch noch sei ungeklärt, woher die Tropfenlaugen aus dem Fundament kommen. Die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) sei jetzt aus Sicht Hannovers in Zugzwang, erst einmal die Ursachen des Zuflusses zu erklären. Der Teufelskreis: Die DBE meint die  Zuflüsse nur dann konkret stoppen zu können, wenn weitergeteuft wird. Und dle politische Dimension: Rot-Grün wird vor den Landtagswahlen kein Interesse daran haben, den Schachterbauern ein Weiterteufen zu erlauben.

Daß die Ursachen für den Wasserzulauf im Schacht I bislang nicht hinlänglich geklärt sind, kritisiert die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI). Die Atomkraftgegner „zweifeln inzwischen nicht nur am Sachverstand der DBE. sondern auch an dem der Bergbehörde". BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Wir fragen, was das Bergamt Celle qualifiziert, wenn die Wasserwegsamkeiten nicht nachvollzogen werden können." Die BI vermutet, daß die DBE im Schacht erhebliche Schwierigkeiten hat.

Bild: TROCKEN ist die Sauberkeitsschicht über der Betonsohle am Fun des Schachtes I in Gorleben. Allerdings fallen in zwei Kontrollbohrlöchern geringe Mengen an Lauge an. deren Ursprung noch ungeklärt ist.

Die gebe es nicht, betont Ralf Schmitt vom Gartower BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) gegenüber der EJZ. Aber auch er räumt ein, daß derzeit „nicht hinreichend zu beweisen ist, wo die Lauge herkommt". Die Erbauerin DBE und das BfS gehen nach wie vor davon aus, daß es sich um Tauwasser handelt, das auf dem Weg zur Sohle mit Salz gesättigt wurde. Ausschließen läßt sich jedoch zur Zeit auch nicht, daß die Laugen eventuell aus der Topfrißzone stammen. Für Atomkraftgegner und Umweltministerium wäre das dann ein Indiz für die Nichteignung des Salzstockes Gorleben für ein atomares Endlager.

Für die Ursachen hat das BfS nun mehrere Deutungen. Es könne sich zum einen um Kondenswasserreste handeln, die sich auf ihrem Weg mit Salz angereichert haben und die nunmehr durch den Gebirgsdruck über die Kontrollbohrungen ausgepreßt würden. Zweitens Zuflüsse nur dann konkret stoppen zu können. wenn weitergeteuft wird. Und die politische Dimension: Rot-Grün wird vor den Landtagswahlen kein Interesse daran haben. den Schachterbauern ein Weiterteufen zu erlauben.
Daß die Ursachen für den Wasserzulauf im Schacht I bislang nicht hinlänglich geklärt sind, kritisiert the hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz(BI).

Die Atomkraftgegner „zweifeln inzwischen nicht nur am Sachverstand der DBE. sondern auch an dem der Bergbehörde". BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: .,Wir fragen. was daswenn die Wasserwegsamkeiten nicht nachvollzogen werden können." Die BI vermutet. daß die DBE im Schacht erhebliche Schwierigkeiten hat.

Die gebe es nicht, betont Ralf Schmitt vom Gartower BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) gegenüber der EJZ. Aber auch er räumt ein, daß derzeit „nicht hinreichend zu beweisen ist, wo die Lauge herkommt". Die Er-bauerin DBE und das BfS gehen nach wie vor davon aus, daß es sich um Tauwasser handelt, das auf dem Weg zur Sohle mit Salz gesättigt wurde. Ausschließen läßt sich jedoch zur Zeit auch nicht, daß die Laugen eventuell aus der Topfrißzone stammen. Für Atomkraftgegner und Umweltministerium wäre das dann ein Indiz für die Nichteignung des Salzstockes Gorleben für ein atomares Endlager.

Für die Ursachen hat das BfS nun mehrere Deutungen. Es könne sich zum einen urn Kondenswasserreste handeln, die sich auf ihrem Weg mit Salz angereichert haben und die nunmehr durch den Gebirgsdruck über die Kontrollbohrungen ausgepreßt würden. Zweitens könne es sich nach Deutungen des BfS auch um Restfeuchtigkeit aus der hinter dem Fundamentkörper eingebrachten Kiesschicht handeln. Eine weitere Möglichkeit: Sind es vielleicht Restwasser aus den Verpreßarbeiten, die nun über Entspannungsrisse im Schacht zutreten Es könnten auch Laugen sein, die in Verbindung mit dem Deckgebirge stehen.

Die derzeitige Situation sei entstanden, betonen BfS und DBE unisono, weil das Gebirge wegen des verfügten Baustopps im Schacht noch nicht auf das Fundament voll aufgelaufen sei. Dadurch könne sich die in diesem Bereich vorhandene Auflockerungszone noch nicht schließen. Normalerweise betont die DBE, würden Schachte nach dem Innenausbau zügig weitergeteuft. Durch den verfügten Baustopp sei eine einmalige, unplanmäßige Situation entstanden. zu deren "daraus möglicherweise resultierenden den Folgen" keine Erfahrungen vorliegen. Seit Dezember 1993 ist nun der Antra:7, gestellt, 30 Meter weiterteufen zu dürfen. Der Gebirgsdruck laufe nach Meinung der DBE und des BfS dann schneller auf. Mikrorisse rund um den Schacht Könnten dann überdrückt und abgedichtet werden.

Bearbeitet am: 31.01.2019/ad


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