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vom 29.07.1994

In Gorleben: Mune umgerissen — Scheiben zerstört — Gebäude beschmiert

BLG schätzt Schaden auf 100 000 DM

jg Gorleben. Auf nahezu 100 000 DM belaufe sich allein bei der Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG) der Schaden, den Kernkraftgegner am Wochenende in Gorleben angerichtet haben. Dies geht aus einer Mitteilung der BLG hervor, in der das Unternehmen zu bedenken gibt: Noch am Sonnabend habe die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen den Castor-Transport verkündet: „Beharrlich gewaltlos." Doch wie wenig die BI „die von ihr ausgelösten" Aktionen noch im Griff habe, zeige die jüngste Schadensbilanz: Heruntergerissene Zäune, beschmierte Wege und Gebäude, zerstörte Glasscheiben, der Einsatz von Zwillengeschossen und Brandsätzen sprächen eine eigene Sprache. Diesbezüglich habe die BLG gestern einen entsprechenden Strafantrag gestellt.

Neben den Schäden bei der Lagergesellschaft müsse auch die Zerstörung öffentlichen Eigentums bewertet werden, betont die BLG und fragt: „Ob die Reparatur der Kreisstraße von Gorleben nach Lüchow von Kernkraftgegnern bezahlt wird — oder müssen die Steuerzahler die Kosten der "Gewaltfreiheit" tragen? Wer hat die Bäume gezählt, die selbsternannte Umweltschützer gefällt haben?"

Wer jetzt noch glaube, die Aktionen der Kernkraftgegner seien gewaltfrei, der müsse „in einer anderen Welt leben". Die Mitarbeiter der BLG erwarteten zu Recht, so das Unternehmen, daß die inhaltliche Auseinandersetzung um die Entsorgung der deutschen Kernkraftwerke nur mit demokratischen Mitteln ausgetragen wird. Das derzeit gültige Entsorgungskonzept des Bundes sei mit der Zustimmung aller Bundesländer geschaffen worden, erinnert die BLG. Ihre Aufgabe sei es, einen Baustein— die sichere Zwischenlagerung — zu diesem Konzept beizusteuern.

Das Gorlebener Unternehmen stellt die Frage in den Raum: „Wer handelt denn hier nun verantwortungsbewußt? Der, der Brandsätze wirft, Bäume fällt, Straßen unterhöhlt oder derjenige, der täglich für eine sichere Entsorgung der im Betrieb befindlichen 21 deutschen Kernkraftwerke arbeitet?"

 

Bearbeitet am: 29.07.2019/ad


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