vom 28.06.1994

Griefahn sprach intern mit hiesigen Kommunalpolitikern in Dömitz - Ministerin:

Landesregierung lehnt Castor-Lagerung ab

jg Dömitz/Lüchow. Schriftlich hat das Niedersächsische Umweltministerium die Presse gestern über den Verlauf des Gespräches informiert, daß Ministerin Monika Griefahn am Vormittag mit Lüchow-Dannenbergs Landrat, Stellvertretern, Bürgermeisterinnen mid Bürgermeistern zum Thema „Gorleben" geführt hat: auf Wunsch der Ministerin intern in der Festung Dömitz, unter Ausschluß der Medien. Nicht alle der zum Gespräch Gebetenen waren erschienen; rund 20 Teilnehmer saßen Monika Griefahn gegenüber, erfuhr die EJZ.

 

Bild: IN DER DÖMITZER FESTUNG: Monika Griefahn. Das Foto zeigt die Ministerin während eines Gesprächs mit Naturschützern, das nach tier Unterredung mät den Kommunalpolätikern am gleächen Ort stattfand, die EJZ wird morgen darüber Berichten. Aufn.: M. Warnecke

„Die Niedersächsische Landesregierung lehnt die Einlagerung von Castor-Behältern im Zwischenlager Gorleben strikt ab", so wird Monika Griefahn in dem Papier aus dem Ministe-rium zitiert. Denn mit dem Castor-Einlagern werde „entweder eine Zwischenlagerung ohne Ende begonnen oder ein Endlager an einem ungeeigneten Standort zementiert".

Die Landesregierung, so ist weiter zu lesen, habe sich seit 1990 gegen die Inbetriebnahme des Lagers ausgesprochen, da kraftwerkseigene Zwischenla-ger aus Strahlenschutzgründen vermieden werden müßten.

 „Die Bundesregierung aber will unsere Bedenken nicht hören - sie versucht mit aller Gewalt, einen unnötigen Transport noch vor der Bundestagswahl durchzudrücken", erklärte die Ministerin. Ungeachtet aller Bedenken wollten Umweltminister Töpfer sowie die Betreiber von der bestehenden Aufbewahrungsgenehmigung für den Castor und die erst kürzlich erteilte Ergänzung zum Fügedeckel Gebrauch machen, stellt Griefahn fest.

Die Landesregierung habe ihre politischen Möglichkeiten, die Einlagerung doch noch zu verhindern, ausgeschöpft. Griefahn: „Wir sind nicht Genehmigungsbehörde, sondern haben nur die Aufsicht für Gorleben. Atomrechtlich können wir nichts bewirken." Laut Mitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums haben die in Dömitz anwesenden hiesigen Kommunalpolitiker übereinstimmend er-Kart, sie blieben bei ihrer Absicht, sich querzustellen: um zu demonstrieren, daß der anstehende Transport ohne jeden Shin sei mid erst gar nicht auf den Weg nach Gorleben geschickt werden dürfe. Wenn man theses Ziel jetzt nicht erreiche, werde der Ausstieg aus der Atomemergie noch schwieriger. Einig gewesen seien sich die Kommunalpolitiker mit der Ministerin in der Forderung, dal der Widerstand gewaltfrei bleiben müsse. Wie das Umweltministerium weiter schreibt, habe Landrat Christian Zühlke angekündigt: Er werde mit der Lüchow-Dannenberger Bürgerinitiative Umweltschutz über eine mögliche ôffentliche gemeinsame Informationsveranstaltung beraten, die Kommunalpolitiker und BI ausrichten. Ministerin Griefahn habe ihre Teilnahme an einer solchen Veranstaltung zugesagt, schreibt das Ministerium.

 

Bearbeitet am: 17.06.2019/ad


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