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vom 03.04.2001

Castor entzweit Grünen-Spitze

Landeschefin Krebs widerspricht Vize Tischmann

lni Hannover. Der jüngste Castor-Transport nach Gorleben hat zu einem Streit in der Führung der niedersächsischen Grünen über den weiteren atompolitischen Kurs geführt.

Die Landesvorsitzende Renè Krebs warnte gestern in Hannover davor, nach dem Widerstand gegen den Atommülltransport den Energiekonsens in Frage zu stellen. "Wer den Energiekonsens wieder aufschnüren will, gefährdet den Ausstieg aus der Atomenergie. "

Krebs widersprach damit der zweiten Landeschefin Heidi Tischmann, die am Wochenende einen schnelleren Atomausstieg und ein schnelleres Ende der Wiederaufarbeitung als mit den Energiekonzernen vereinbart verlangt hat.

Die Grünen-Vorsitzende Krebs meinte, wer glaube, der Atomausstieg könne ohne Vereinbarungen mit den Energieversorgern oder gar im Dissens mit ihnen erzwungen werden, schüre in unverantwortlicher Weise Illusionen. Es müsse jetzt vielmehr darum gehen, die Energieversorger zur Unterzeichnung der Konsensvereinbarung zu bringen und die Novelle des Atomgesetzes noch vor der Sommerpause im Bundestag zu beschließen.

Krebs bekräftigte, es gebe derzeit keine Alternative zur Rücknahme des Atommülls aus den  Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield und seiner Zwischenlagerung in Gorleben.

Allerdings müsse über eine gerechtere Lastenverteilung verhandelt werden. "Es kann nicht sein, dass der Süden der Republik Spitze bei der Produktion von Atomstrom ist., aber die Mitverantwortung für die Lagerung des Atommülls verweigert", sagte Krebs.

Bearbeitet am: 03.04.2001/ad


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