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vom 12.04.2001

Drei gelbe Castor-Xe zerstückelt

Mühle Marleben: Kunst auf Privatgelände, mit Kettensäge zerstört

gel Marleben. Die drei Kreuze sollten vor allem dies symbolisieren: wie der Mensch die Natur benutzt. Mehrere zersägte Holzstämme haben nun ein anderes Symbol entstehen lassen: wie der Mensch Kunst zerstört. Keine Frage: Was sich in der Nacht zum 3. April ar der Marlebener Mühle ereignet hat, ist mehr als nur eine bloße Polizeimeldung. Die lautet da: Unbekannte Täter haben mit einer Kettensäge drei große Castor-X-Kreuze aus 14 Meter hohen Kiefernstämmen zerlegt. Die Bäume waren paarweise mit Ketten zusammengezogen; die drei Kreuze standen 50 Meter auseinander und waren an einem Waldrand aufgestellt -gut sichtbar an der Strecke zwischen Gedelitz und Marleben.

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Bild: Zersägte Kiefernstämme sind die Überbleibsel eines Kunstobjekts, das Georg Seibert an der Mühle Marleben auf seinem Grundstück geschaffen hatte: drei große Castor-Xe. Unbekannte Täter rückten mit einer Kettensäge an und zerstörten die Kreuze. Aufn.: J. Feuerriegel

Aufgestellt hatte sie dort der Künstler Georg Seibert auf seinem Grundstück, der Marlebener Mühle. Bereits im Juni 200( hatte Seibrt die Kreuze geschaffen, und künstlerisch die Verbindung Mensch (Kette)und Natur (Holz) zu thematisieren.

Anlässlich der jüngsten Castor-Proteste färbte Seibert die Kreuze am 28. März auch noch gelb an. Und das muss jemandem überhaupt nicht mehr gepasst haben.

„Das ist keine persönliche Sache. Der Inhalt der Kreuze muss es sein", meint der Künstler. Er beziffert den Kunstwert seiner Kreuze auf 75 000 Mark. Die drei Kreuze seien immerhin Teil eines künstlerischen Gesamtraumes gewesen, den Seibert auf seinem Areal zusammen mit anderen Kunstobjekten entstehen lässt. Wer beging den Kunst-Frevel? Castor-Befürworter, denen die Kreuze ein Dorn im Auge waren? Gastronome, die Nachteile für die Tourismusbranche befürchten?

Die Polizei vermutet, dass es mindestens zwei Kreuz-Zerstörer waren, die in der Nacht zum 3. April die Kettensäge anwarfen. Hinweise zu den Tätern werden unter (0 58 41) 12 22 15 entgegengenommen.

Bearbeitet am: /ad


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