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vom 24.02.20001

"Beim Aufstehen helfen"

Hans Reime: Werden angemessen reagieren

ab Dannenberg. Wie verhalten sich die Polizeikräfte beim nächsten Castor-Transport? Demonstrationen gesteht Leitender Polizeidirektor Hans Reime als verantwortlicher Einsatzleiter Kernkraftgegnern zu, nicht aber Blockaden. Man werde allerdings angemessen reagieren, "wir werden abschleppen, wie wir das mit Falschparkern auch machen". Es gebe geeignete Möglichkeiten, eine Blockade aufzulösen. Eine Aufforderung könne das sein, auch das Forttragen. Reime nannte das in Dannenbergs evangelischem Gemeindehaus "den Menschen beim Aufstehen helfen".

Provokateure aus eigenen Reihen würden während des Transports selbstverständlich nicht von der Polizei eingesetzt, wies Reime vehement Vorwürfe aus den Zuhörerreihen zurück. Und natürlich werde alles unternommen, "dass unsere Leute auch wirklich angemessen reagieren, wenn geräumt werden muss". Reizgas-Beimischungen im Wasser der Wasserwerfer und auch sonst werde es nicht geben, versprach Reime. Demontrationen seien natürlich auch immer ein Geben und Nehmen, die Bürgerinitiative müsse Gewalt seitens der Demonstranten verhindern - "auch meine Leute haben nämlich ein Recht auf Menschenwürde".

Nichts mehr sei es mit "Die Polizei, Dein Freund und Helfer er", wenn es um Castor Transporte gehe, gab Mathias Edler vom BI-Vorstand zu bedenken. Die friedlichen Demonstranten hätten zu oft schmerzhafte Erfahrungen machen müssen. Ob die Beamten diesmal Namensschilder oder sichtbare Nummern tragen, "um gewalttätige Einsatzkräfte identifizieren zu können", wollte Edler von Reime wissen. Rede doch die Polizei von vertrauensbildenden Maßnahmen. Dieser Vorschlag war zuerst gar nicht im Sinne des Leitenden Polizeidirektors: "Ich will verhindern, dass Mitarbeiter diskriminiert werden."

Reime machte dann aber doch Zugeständnisse. Er werde die Angelegenheit noch einmal prüfen. Man befinde sich jedoch während des Castor-Transports in einer Länderföderation, "wir in Niedersachsen haben in Sachen Namensschilder keinen Einfluss auf die Vorgaben der anderen Bundesländer".

Ein viele Zuhörer ein wenig erheiternder Vorschlag kam von Regierungspräsidentin Ulrike Wolff-Gebhardt: Während des Castor-Transports fortgetragene Demonstranten sollten sich anschließend nicht mehr auf die Straße setzen.

Bearbeitet am: 24.02.20001/ad


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