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vom 05.02.2001

Castor-Proteste ab Lüneburg

Atomgegner weiten Aktionen auf Gesamtstrecke aus

dpa Berlin/Hamburg. Trotz des geplanten Atomausstiegs wollen Bürgerinitiativen ihre Protestaktionen gegen den geplanten Castor-Transport im Frühjahr deutlich ausweiten. Das kündigte der Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, Wolfgang Ehmke, in der "Bild am Sonntag" an. Aber nicht nur die letzten Straßenkilometer soll für Aktionen genutzt werden. Diesmal soll es Proteste entlang der gesamten 56 Bahnkilometer zwischen Lüneburg und Gorleben geben, hieß es. Die Initiatoren erwarten während der heißen Phase des Atornmülltransports täglich bis zu 15 000 Demonstranten.

Die Grünen setzen unterdessen ihren innerparteilichen Streit um die Protestaktionen fort. Die Fraktionsvorsitzende Kerstin Müller kritisierte ihren Parteifreund Umweltminister Jürgen Trittin: "Es ist kein guter Stil, den Grünen an der Parteibasis Vorschriften zu machen, wann sie und wo und wie sie demonstrieren dürfen", sagte sie. Die Fraktionsvorsitzende bot sich als Moderatorin des innerparteilichen Streits an.

Die Berliner Grünen bekräftigten die Absicht, auch Blockaden als "symbolisches Mittel" zu unterstützen Diese müssten allerdings friedlich bleiben, sagte die Landesvorsitzende, Regina Michalik. Die schleswig-holsteinischen Grünen wandten sich hingegen ausdrücklich gegen Castor-Behinderungen.

Der Vorsitzende der CSULandesgruppe im Bundestag, Michael Glos, forderte eine Vorziehung des Castor-Transports auf einen Termin vor den Landtagswahlen in BadenWürttemberg und Rheinland-Pfalz im März. Die Grünen-Führung könne dann zeigen, ob ihre Absage an Gewalt in der politischen Auseinandersetzung glaubwürdig sei, sagte er dem Berliner Radiosender " 106,6 ".

Bearbeitet am: 05.02.2001/ad


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