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vom 09.02.2001

Balanceakt um Castoren

Hannover (dpa) - Grünen-Bundeschef Fritz Kuhn und Vertreter der niedersächsischen Grünen suchen an diesem Freitag in Hannover nach einer Lösung im internen Streit um Proteste gegen Atomtransporte. In einem ersten Gespräch will Kuhn versuchen, mit Vertretern des Landesvorstands und der Landtagsfraktion einen Kompromiss zu finden.

Der Parteirat hatte den Verzicht auf Protestaktionen gefordert, die niedersächsischen Grünen wollen sich aber daran beteiligen. Ende März soll es wieder Atomtransporte nach Gorleben geben.

Kurz vor dem Versuch von Kuhn, den internen Streit zu entschärfen, pochten die niedersächsischen Grünen erneut auf ihr Recht, gewaltfrei zu protestieren. Landtagsfraktionschefin Rebecca Harms forderte in der «Berliner Zeitung» (Freitag) «Akzeptanz für die guten Gründe» der Protest-Befürworter. Zugleich beklagte sie den «fehlenden Dialog» des Bundesvorstandes mit der Partei über die Umsetzung des Atomkonsenses. Da habe der Vorstand «etwas wettzumachen.»

Der Parteirat und der Bundesvorstand der Grünen hatten in den vergangenen Wochen erklärt, sie wollten Proteste nicht dulden. Der Transport aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague in das Zwischenlager Gorleben sei Bestandteil des Atomkonsenses und «notwendig». Die Grünen wollen in einer Bundesdelegiertenkonferenz am 10. März in Stuttgart endgültig über ihre Haltung entscheiden.

Die Zeitung berichtet weiter, in einem Antrag des Grünen- Kreisverbandes Lüchow-Dannenberg werde die Bundespartei aufgefordert, «alle gewaltfreien Proteste für den Ausstieg aus der Atomenergie und für ein verantwortliches Entsorgungskonzept» zu unterstützen. Der Kreisverbandes werde sich auch weiterhin an «friedlichen Aktionen und Blockaden» gegen ein ungeeignetes Endlager in Gorleben beteiligen. Dies gelte auch für die bevorstehenden Transporte aus La Hague.

Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg hat nach dem Bericht eine Einladung von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) zu einem Gespräch über den weiteren Umgang mit dem Atomkonsens ausgeschlagen. Begründet wurde die Ablehnung mit einer Gegeneinladung. Der Minister, so hieß es, solle zu einer öffentlichen Veranstaltung ins Wendland kommen.

Bearbeitet am: 09.02.2001 /ad


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