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vom 21.02.2001

Verabredungen möglich?

Kirche initiiert Castor-Gespräch

gel Dannenberg. Wut, Ohnmacht, Empörung: Für viele Atomkraftgegner traf diese Stimmungslage besonders auf ein Ereignis beim vorigen Castor-Transport nach Gorleben zu: die Reifenstecherei von Splietau. In einer umstrittenen Blitzaktion hatten Polizisten etwa 30 Traktoren lahm gelegt, Ventile abgekniffen und Reifen zerstochen.

Kann es Zusagen geben, dass sich solche Szenen so nicht wiederholen werden? Unter anderem dieser Frage wird am Donnerstag in Dannenberg nachgegangen: bei einem von der Kirche initiierten Castor-Gespräch ab 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus. Eingeladen zu diesem öffentlichen Gespräch haben der Dannenberger Superintendent Peter Kritzokat und der Lüchower Propst Hans-Jürgen Wolters. Zusammen kommen wird eine Runde, deren Teilnehmer in den nächsten Wochen vor und während des Castor-Transportes nach Gor-leben auf verschiedenen Seiten kühlen Kopf bewahren müssen: Kirchenvertreter, die Lüneburger Regierungspräsidentin Wolff-Gebhardt, die Polizei-spitze mit Polizeidirektor Hans Reime, die Bäuerliche Notgemeinschaft, der Vorstand der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI), die Gorleben-Rechtshilfe, das Komitee für Grundrechte und die Initiative 60. Eine Zusage von"X - tausendmal quer" wird noch erhofft.

Sinn der Veranstaltung wird sein, Eskalationen wie bei den vorigen Castor-Transporten nicht zuzulassen. Der Gesprächsabend soll sich entlanghangeln an den Fragen: Wie können die verschiedenen Seiten menschenwürdig miteinander umgehen? Wie können Menschenrechtsverletzungen und Verletzte auf beiden Seiten vermieden werden? Wie wird die Polizei im Ernstfall agieren? Die Kirche stellt fest: "Die Polizei wird den Transport gewährleisten. Die Demonstranten werden demonstrieren." Wie lassen sich bei dieser Prämisse Probleme lösen und vor allem: Könnte es bereits im Vorfeld zu konkreten Verabredungen kommen?

Bearbeitet am: 21.02.2001/ad


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