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vom 22.02.2001

Absage an Gewaltorgien

Castor: Polizei auf Friedenstour

gel Lüchow. An Detlev Kaldinskis Jacke heftet ein Button. "Wir können auch anders", ist darauf zu lesen. Anders - damit ist die wohl einmalige Aufklärungskampagne gemeint, die Polizei und BGS vor dem nächsten Castor-Transport organisiert haben. Man will mit Bürgern ins Gespräch kommen, deeskalieren, raus aus der Anonymität. Wie schwer die Diskussionen mit dem Gorleben-Widerstand werden, hat Polizei-Pressesprecher Kaldinski gestern schon einmal auf dem Lüchower Marktplatz erfahren. Natürlich ist da ein unüberbrückbarer Gegensatz", sagt der Polizeibeamte nach den ersten Gesprächen. Er glaubt aber auch fest daran: "Wer miteinander spricht, geht auch vernünftig

Stichwort. Und da werfen sich Demonstranten und Polizei gegenseitig Unvernunft vor. Detlev

Kaldinski hat bei seinen Gorleben-Einsätzen oftmals schon mit fliegenden Steinen, Holzstücken, Strohballen und zersägten Schienen zu tun gehabt. Auf der anderen Seite haben Atomkraftgegner erlebt, wie sitzblockierende Demonstranten nicht weggetragen, sondern weggeschlagen und weggespritzt wurden. Was lässt sich da vermitteln?

Angesichts der "Schlägertrupps" der Polizei aus Magdeburg und Berlin sei so eine Vermittlung "lächerlich", meint ein Atomkraftgegner auf dem Lüchower Marktplatz. Doch Kaldinski und sein Friedensteam wollen vermitteln. "Mir ist das schon oft gelungen", sagt der Polizeisprecher. Er befürchtet zwar auch bei nächsten Castor-Transport unschöne Szenen doch arbeiten wir dran, dass es weniger werden."

Wir - damit meint die Polizei sich, aber auch die Atomkraftgegner in Lüchow-Dannenberg. Zusammen müsse man daran mitwirken, dass es zu keinen Gewaltorgien komme, Kaldinski hat Verständnis für den Protest im Wandlung, will aber, dass gewaltbereite Demonstranten isoliert werden. Wenn der Schwarze Block bei den Proesten nicht dabei wäre, könnte die Polizei ganz anders vorgehen, sagt Kaldinski.

Die Atomkraftgegnerin Ingrid. Lowin aus Klein Gaddau ist skeptisch bei solchen Vermittlungsversuchen. Denn die Polizei müsse den Castor durchbringen -"und wir wollen ihn nicht haben" Zu dem habe die Polizei klare "Feindbilder". Kaldinski: "Das ist Klischeedenken. "

Bearbeitet am: 22.02.2001/ad


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