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vom 04.01.2000

Zwei Castortransporte in nur vier Wochen

Niedersachsen: Es bleibt beim Termin für Gorleben

nt/wko Hannover/Lüneburg. Erst Ahaus, dann Gorleben. Innerhalb von vier Wochen sollen zwei Castortransporte durch Deutschland rollen - gesichert jeweils von Tausenden Polizisten.

In der ersten Märzhälfte sollen abgebrannte Brennelemente aus den Atomkraftwerken Biblis, Neckarwestheim und Philippsburg in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) rollen. Den genauen Termin für den Transport will das Innenministerium in Nordrhein-Westfalen nicht öffentlich bekannt geben. Im Zeitraum Ende März bis zur ersten Aprilwoche wird auch deutscher Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage, La Hague ins atomare Zwischenlager Gorleben transportiert.

"Bei diesem Termin für Gorleben bleibt es", bestätigte gestern Ingo Marek, Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums. Dies sei zwar verdammt eng und nicht der Normalfall, aber "wir sind darauf eingerichtet, sagte Marek.

Beide Transporte hatte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter vor Jahresfrist genehmigt. Terminänderungen kann es laut Marek nur noch dann geben, wenn entsprechende Anträge zurückgezogen werden. Doch der Antragsteller, die Bahn-Tochter Nuelear Cargo +Service GmbH (NCS), sieht dafür keinen Anlass. "Wir denken nicht daran, Anträge zurückzuziehen", sagte NCS-Geschäftsführer Dr. Arnd Knauer gestern in Hanau. Es sei geregelt, "dass die Polizei da mitspielt".

Nach Angaben des Innenministeriums in Nordrhein-Westfalen müssen wie beim bisher jüngsten Transport im März 1998 Tausende von Polizisten zur Sicherung eingesetzt werden. Polizisten des Landes hätten in dieser Zeit eine Urlaubssperre.

Konrad Freiberg, Präsident der Gewerkschaft der Polizei, sieht die anstehenden Transporte "als große Belastung für alle eingesetzten Beamten". Die Polizei sei aber seit längerem über diese beiden möglichen Termine informiert gewesen. Freiberg hofft, dass die "Konfliktlage in der Gesellschaft endlich beseitigt wird", damit Atomtransporte künftig nicht mehr so stark gesichert werden müssen.

Beim Castortransport nach Ahaus waren 1998 rund 30 000 Beamte aus mehreren Bundesländern und BGS-Beamte im Einsatz. "Auch Beamte aus Niedersachsen waren damals dabei", sagte Marek. Beim Transport war es zu erheblichen Ausschreitungen gekommen.

Bearbeitet am: 04.01.2000/ad


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