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vom 11.01.2001

BI Umweltschutz: Widerstand gegen Castor formiert sich - Ziel: Zeitplan verwirren

Zu realistisch, nicht zu blockieren

tj Lüchow. "Unser Traumziel bleibt: Der nächste Tag X findet nicht statt und 2001 bleibt castorfrei. " Träume sind zwar nicht immer Schäume, doch dass dieser Wunsch der Lüchow-Dannenberger Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) in Erfüllung geht, ist trotz Atomkonsens und rotgrüner Regierung unwahrscheinlich. Das wissen natürlich auch die Umweltschützer und bereiten sich auf den kommenden Castor-Transport im März vor. "Der Widerstand formiert sich", teilte BI-Pressesprecher Wolfgang Ehmke nach einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem BUND mit.

Das "ehrgeizige Ziel" der Atomkraftgegner sei es, den Zeitplan durcheinander zu bringen. Der "enge Zeitkorridor", in dem der Transport von Atommüll aus La Hague nach Gorleben nachdem 2 6. März laut Genehmigung durchgeführt werden muss, mache "es möglich, die Aktivitäten der Atomkraftgegner aus dem gesamten Bundesgebiet zu fokussieren". An dem Transport hänge viel, so die BI Umweltschutz, "denn ohne den Mülltransfer aus Frankreich nach Deutschland'' werde sich die französische Regierung weigern, abgebrannte Brennelemente aus Biblis, Stade oder Phillipsburg zur Wiederaufarbeitung anzunehmen. Dies würde" erhebliche Entsorgungsengpässe" und "infolgedessen " drohende Stillstände" nach- sich ziehen. Unterstützung erhofft

sich die BI von Umweltverbänden, Gewerkschaften und Kirchen. Auf "offene Unterstützung aus dem parlamentarischen Raum rechnen wir nicht", sagte Ehmke, wohl aber damit, dass "viele enttäuschte rot-grüne Politiker" sich auf "ihre eigene Kraft besinnen" und den Aktionen anschließen.

Mit den bevorstehenden Protestaktionen will die BI die Debatte um den Atomausstieg wieder anschieben, sagte Ehmke. Was 2000 unter diesem Etikett von Bundesregierung und Atomindustrie verabredet wurde, sei in der Realität "Bestandsschutz" für die Atomreaktoren. Mit dem Moratorium für das Endlagerbergwerk Gorleben spiele die Bundesregie

rung lediglich auf Zeit, anstatt die "Endlagersuche auch dadurch zu forcieren, dass auf Gorleben endlich verzichtet wird".

Diese Kritik an der Bundesregierung werde vom BUND unterstützt, stellte dessen Landesvorsitzende Renate Backhaus klar: "Statt einer geordneten Atomendlagerung betreibt die rot-grüne Bundesregierung Flickschusterei", sagte sie. Das Land Niedersachsen unterstütze diese "mit aller Kraft". Eine aktuelle Studie, die der Physiker Wolfgang Neumann im Auftrag von BI und BUND erstellt hat, belege, dass der Atomkonsens "das Endlagerproblem weiter verschärfe, sagte Renate Backhaus. Die bisher in Deutschland angefallene Atommüllmenge werde sich durch die vereinbarten Laufzeiten verdoppeln. Die Studie mit "Entsorgungsfiasko " ist im BI-Büro in Lüchow erhältlich.

Wie die BI befürchtet der BUND wegen der "unklaren Aussagen im sogenannten Atomkonsenspapier und der Genehmigung der PKA", dass der Gorlebener Salzstock doch als Endlager genutzt werden soll. "Niedersachsen darf nicht zum Atomklo der Nation werden", so nach wie vor die Forderung. BUND und BI fordern, Jede weitere Produktion von Atommüll zu beenden". Der bevorstehende Castor-Transport zeige "die Hilflosigkeit der Bundesregierung beim Atommüll".

Bearbeitet am: 11.01.2001/ad


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