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vom 22.01.2001

Gut 200 Atomkraftgegner rollten per Zug über die neue Brücke - Glatte Durchfahrt

Notbremshebel streng bewacht

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jg Hitzacker. Langsam aber ohne jegliche Störung rollte der Personenzug zwischen Hitzacker und Dannenberg gestern gegen 14.20 Uhr über die neue Bahnbrücke bei Seerau. Gut 200 Atomkraftgegnerinnen und -gegner drängten sich in der Eisenbahn - und falls irgendjemand aus ihrer Mitte auch nur den Gedanken gehabt haben sollte, den Waggon vielleicht mitten auf der Brücke per Notbremse zu stoppen - er hätte keine Chance gehabt. Ein jeder Notbremshebel war streng bewacht, war gleich von mehreren Beamten des Bundesgrenzschutzes umgeben.

Zug-Klos zugesperrt

Wer unterwegs dringend Pipi machen musste, hatte Pech: Die Türen der Zug-Toiletten waren vorbeugend verriegelt, denn auch auf den Klos befinden sich Notbremsen. Hier und da gelang es Passagieren, Anti-Castor-Plakate im Zug anzupappen; irgendwo in einem der Wagen gabs auch eine kleine Rangelei, bei der ein BGS-Mann sein Käppi verlor und ein Mitfahrer immer wieder nach der Dienstmarke des Grenzschützers verlangte, weil er sich über dessen Ungang mit Mitreisenden beschweren wollte.

Ansonsten gabs keine Belastungen wäh-rend der Fahrt - und darauf kams ja an: Als "Belastungsprobe" war die Aktion von den Atomkraftgegnern angekündigt worden. Spürbar war die Belastung allenfalls für die Dame am Fahrkartenschalter, die wohl noch nie im Bahnhof Hitzacker innerhalb einer halben Stunde so viele Billetts verkauft hat wie gestern: Hitzacker-Dannenberg einfach, 2. Klasse 3 DM. Nicht minder belastet war der Zugbegleiter in der pünktlich um 13.38 Uhr anrollenden Eisenbahn. So viele Tickets musste er den Zusteigenden verkaufen, dass die Billettrolle in dem tragbaren Fahrkartendrucker fast nicht mehr ausreichte, um alle Kartenwünsche zu erfüllen. Belastet durch den Andrang der Fahrgäste wurde letztendlich der Fahrplan, wurde das Pünktlichkeitsbestreben der Deutschen Bahn: Der Zug, der um 13.39 Uhr den Bahnhof der Elbestadt verlassen sollte, konnte erst um 14.12 Uhr starten.

Eine weitere Belastung gabs auf dem Bahnhof in Hitzacker: Sie widerfuhr den Fernsehteams, die von Beamten des BGS aufgefordert wurden, ihre Kameras nicht einzuschalten. Auf dem Bahnhof, das habe die Deutsche Bahn in Hannover verfügt, dürfe nicht gedreht werden. In ihrer Not wichen die Kameraleute hinter einen Zaun auf ein winziges Stück Privatgelände, von dem aus sie - so gut es eben ging - Aufnahmen vom Bahnhofsgeschehen machen konnten. Der BGS als Bahnpolizei war sowohl auf dem Bahnhof in Hitzacker, im Zug als auch am Bahnhof in Dannenberg Ost stark präsent. Das Terrain vor dem Zielbahnhof nutzten die Atomkraftgegner zur Kundgebung: Unter anderem wandte sich die neue Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz, Edelgard Gräfer, an die Versammelten und stellte fest: "Unser Konsens-Nickerchen ist vorbei - wir sind wieder da!"

© NICHT BESTANDEN hat die DB den Belastungstest der Atomkraftgegner, was die Bewältigung vieler Mitfahr-Wünsche bei gleichzeitigem Einhalten des Fahrplanes angeht: Der Zug kam mit einer halben Stunde Verspätung in Dannenberg  an, wo die gut 200 Passagiere von etwa 50 Gleichgesinnten begrüßt wurden. Eine kleine Kundgebung schloss sich an.

Bearbeitet am: 22.01.2001/ad


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