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vom 22.01.2001

BI: Wir sind wieder da

gel Trebel. Im Jahr des Castors schweißt sich die Lüchow-Dannenberger Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) wieder zusammen. Mit einem kompletten 14-köpfigen Vorstand, einer wieder gesunden Kassenlage und viel Selbstbewusstsein gehen die hiesigen Atomkraftgegner in den nächsten "Tag X". Das zeigte am Sonnabend die BI-Mitgliederversammlung in den Trebeler Bauernstuben.

Die neue Vorsitzende Edelgard Gräfer kündigte gegen den Castor-Transport Ende März nach Gor-leben einen "lustvollen Widerstand" mit Kraft und Kreativität an: "Wir sind wieder da." Und das sah vor nicht einmal einem Jahr gar nicht so aus: Interne Positionsdiskussionen, Ebbe in der Kasse und ein lückenhafter Vorstand hatten die BI ramponiert. Nur knapp schrammte die BI an ihrem Ende vorbei, weil sich ein kleiner Vorstand um die Vorsitzende Jutta von dem Bussche dann doch in eine schwierige Arbeit hineinkniete. Doch dann kam der Atomkonsens. Und mit seinen Ergebnissen die Renaissance der BI: "Jetzt ist wieder Handeln angesagt", sagte die scheidende Vorsitzende Jutta von dem Bussche. Der Atomkonsens habe gezeigt, dass es Quatsch sei, sich auf die Politik zu verlassen.

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"Wir müssen uns auf uns besinnen." Nach dem Castor könne die BI ihre angefangenen Diskussionen über einen inhaltlichen Neuanfang dann vertiefen. Denn zur Selbstbesinnung sei jetzt wenig Zeit. Von dem Bussche erinnerte daran, dass der Konsens "superschlecht" für Gorleben ausgegangen sei. Eine der größten Enttäuschungen sei gewesen, dass Rot-Grün im Konsenspapier den Salzstock in Gorleben als eignungshöffig bezeichnet. Das Tor zu Gorleben werde damit offengehalten, kritisierte Jutta von dem Bussche. Für den neuen Vorstand hatte sich in den Tagen vor der Versammlung ein Team gefunden, dass von den Mitgliedern in der vorgeschlagenen Form gewählt wurde - meist einstimmig. Die beiden neuen Vorsitzenden sind die Sozialarbeiterin Edelgard Gräfer (56) und die Hausfrau Rosi Schoppe (43).

Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit von Mathias Edler und Wolfgang Ehmke (Pressesprecher), Regina Kümmel und Wolfram Taubitz (Kasse), Lucia Wente (Schriftführerin), Holger Schulz (Gruppendelegierter) und von den Beisitzern Peter Bauhaus, Birgit Schiemann, Stefan Dahlmann, Birgit Huneke, Heiko Jäger und Heinrich Messerschmidt. Aufatmen konnten die rund 80 anwesenden BI-Mitglieder gleich zu Beginn:

Die Kassenführerinnen Beate Schult und Susanne Kamien haben den Verein mit einem rigorosen Sparkurs wieder in finanziell ruhigeres Fahrwasser geschifft. "Wir sind handlungsfähig", sagte Beate Schult mit Blick auf ein Plus von über 50000 DM am Ende des vorigen Jahres. Sie erinnerte daran, dass die BI Ende 1999 fast pleite gewesen sei mit einem Kassenstand von knapp 14000 DM. Doch im Jahr 2000 ist ein Überschuss von knapp 37000 DM erarbeitet worden: Einnahmen von rund 304000 DM standen Ausgaben von etwa 267000 DM gegenüber. Die größten Einnahmen kamen über Beiträge (73000 DM) und Spenden (140000 DM) herein.Das meiste Geld ausgegeben wurde für Lohn (57000 DM) und Anzeigen (46000 DM). Zudem verfügt die BI auch noch über Rücklagen für den Notfall.

Bearbeitet am: 22.01.2001/ad


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