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vom 22.01.2001

DB erinnert an DDR

Den BGS-Beamten war es peinlich, mehrere Fernsehteams darauf hinzuweisen, was die Deutsche Bahn angeordnet hatte: Auf dem Bahnhofsgelände darf nicht gefilmt werden. Warum, das hatte die Bahn nicht mitgeteilt. Warum, das scheint offen zu bleiben.
Angemerkt

Meint die Bahn es schadet ihrem Image, wenn auf ihrem Gelände eine Aktion von Atomkraftgegnern gedreht wird? Nein, so etwas schadet nicht. Die Bahn schadet vielmehr sich selbst durch ein Gebaren, mit dem sie - ihr wohl unbewusst an Methoden der DDR erinnert. Deren Apparatschiks ließen streng darüber wachen, dass etwa an Brücken und an Bahnanlagen nicht fotografiert wurde.

Ulbricht, Honecker & Co. witterten hinter jedem Objektiv Verrat und Aufruhr. Was wittert die DB auf einem Kleinstadtbahnhof? Wohin versteigt sich die DB, wenn sie Journalisten an ihrer Pflicht zur Berichterstattung von einem Ereignis mit öffentlichen Interesse durch Polizeikräfte hindern lässt? Gewiss, die Bahn hat de jure das Recht dazu, doch: Kann sie es sich leisten, so mit den Medien umzugehen? Wer immer die Kamera-VerhinderungsVerfügung veranlasst hat: Er hat der DB in puncto Image und Werbung einen ganz schlechten Dienst erwiesen.

Hagen Jung

Bearbeitet am: 22.01.2001/ad


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