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vom 29.01.2001

Fachgruppe der Bürgerinitiative misst Umgebung der Gorlebener Anlagen

Bisher keine Auswirkungen bemerkt

fit Breselenz. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Bei ihren Radioaktivitätsmessungen in der Umgebung der Gorlebener Anlagen hat die Fachgruppe Radioaktivität der Bürgerinitiative keine Auswirkungen der Atomanlagen festgestellt.' -Zwar zeigten die Messgeräte wiederholt starke Anstiege in der radioaktiven Belastung an. Doch die seien ausschließlich auf Regenfälle zurückzuführen, erklärte Udo Jentzsch am Freitagabend in Breselenz.

Seit einem Jahr misst eine Messstation der Fachgruppe in Gorleben. Zwei weitere in Trebel und Gedelitz kamen später dazu. Eine vierte soll am östlichen Elbeufer aufgebaut werden. Die fünfte Anlage wird derzeit als Reserve vorgehalten. Sie könnte zum Beispiel beim angekündigten Castortransport in Dannenberg zum Einsatz kommen. Dort möchte die Messgruppe der BI die Auswirkungen der Castor-Behälter erfassen. Dazu mietet sie Räume in der Dannenberger Obdachlosenunterkunft an. Die steht unmittelbar zwischen den Gleisen, auf denen die Behälter anrollen.

Anlass für die Fachgruppe, ein eigenes teures Mess-System auf die Beine zu stellen, sei der Umgang von BLG und Landesregierung mit den Messergebnissen der offiziellen Umgebungsüberwachung vor fünf Jahren gewesen. Seit damals seien immer wieder Mängel bei der Umgebungsüberwachung festgestellt worden. So standen Mess-Stationen im Böschungsbereich der Erdwälle am Zwischenlager, auf der lagerabgewandten Seite. Das sei den amtlichen Kontrolleuren erst nach Hinweis der Fachgruppe aufgefallen. Dieser Mangel sei inzwischen behoben. Doch andere bestünden nach wie vor.

Noch 1999 habe die Fachgruppe festgestellt, dass in den Messprotokollen der BLG Lücken bestehen. Die seien auch nicht ausreichend mit Ausfällen bei der Datenübertragung zu rechtfertigen, meinte Jentzsch. Gründe genug bleiben für die BI, die teure Installation der eigenen Geräte mitzufinanzieren. Neue, kommerzielle Anlagen hätte man sich nicht leisten können. Doch in Gorleben profitiert man davon, dass die Überwachung von Mülheim-Kärlich nicht mehr notwendig ist.

Eine private Organisation, die Arbeitsgemeinschaft Umgebungsüberwachung von Atomanlagen (AUA), hatte dort bereits Geräte beschafft. Außerdem steckt nach den Angaben des Fachgruppen-Sprechers viel ehrenamtliche Arbeit im Aufbau von Hard- und Software der Messanlagen. Nur so sei das eigenen Messprogramm möglich.

Finanziell wird die Fachgruppe nicht nur von der BI unterstützt. Auch die Bäuerliche Notgemeinschaft und der Landkreis hätten Mittel dazugegeben. Die Finanzierung des Betriebs der fünf Anlagen sei gesichert. Doch die Fachgruppe braucht dringend personelle Verstärkung.

Eine Anlage besteht aus einem Gerät zur Datensammlung. Dem sind die verschiedenen "Fühler" angeschlossen, die Daten über Wetter und Luft sowie über radioaktive Belastungen messen. Gemessen wird alle fünf Minuten. Gespeichert werden sortierten Daten in einem angeschlossenen PC. Die bisher angestellten Messungen ergeben nach Ansicht der Fachgruppe, dass die Anlagen ausreichend empfindlich sind, um die Umgebung der Atomanlagen wirksam zu überwachen. Wenn die Fachgruppe keinen Laut von sich gebe, könnten auch die Bauern im Landkreis beruhigt sein, meinte Jentzsch.

Bearbeitet am: 29.01.2001/ad


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