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vom 31.01.2001

Bundesumweltminister kommt am Donnerstag nach Uelzen

BI kündigt Trittin-Protest an

gel Gorleben/Uelzen. Der Ton zwischen Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Bündnisgrüne) und dem hiesigen Atomwiderstand hat sich verschärft. Als "bescheuert" hat Trittin in einem Interview Demonstrationen gegen den nächsten Castor-Transport nach Gorleben bezeichnet.

Dafür gibts nun Proteste gegen Trittin: Hiesige Atomkraftgegner werden am morgigen Donnerstag in Uelzen dabei sein, wenn sich der Umweltminister auf dem "Grünen Abend" im Hundertwasser-Bahnhof sehen lässt. Es geht bekanntlich um den umstrittenen Parteiratsbeschluss der Bündnisgrünen, mit dem Parteimitglieder aufgefordert werden, nicht gegen den Gorleben-Transport zu de-monstrieren.

Die Argumentation dafür: Der deutsche Atommüll müsse aus der französischen Wiederaufarbeitung zurückgenommen werden. Nach dem vereinbarten Atomausstieg, der überarbeiteten Transportsicherheit und dem gestoppten Endlager-Bau in Gorleben seien Proteste nun rechtlich und gesellschaftlich nicht mehr legitim. "Derart starken Tobak können wir nicht auf uns sitzen lassen", kontert dagegen die Lüchow-Dannenberger Bürgerinitiative Umweltschutz (BI).

Die BI verweist erneut darauf, dass die so genannte Konsensvereinbarung bisher von keinem Stromunternehmen unterschrieben worden sei. Die BI-Vorsitzende Rosi Schoppe: "Jürgen Trittin soll uns in Uelzen einmal die Unterschriften der Konzernvertreter präsentieren. Solange er das nicht vorweisen kann, argumentiert er in jedem Fall unseriös."

Die BI wirft Umweltminister Trittin vor: Ignoriert werde, dass die Behälterintegrität für Castoren nach wie vor lediglich errechnet und keinswegs durch Tests unter realen Bedingunen nachgewiesen sei. Auch den Hinweis auf das Endlager-Moratorium lässt die BI nicht gelten: "Der Endlager-Standort Gorleben wird mit jedem eintreffenden Castor-Behälter zementiert; egal ob da mal eine zeitlich befristete Erkundungsunterbrechung ausgesprochen wurde oder nicht."

In den Richtlinien der vom Bundes-umweltminister beauftragten Kommission zur Erkundung von Alternativstandorten heiße es nämlich sinngemäß, erinnert die BI: Die Kommission könne erkunden, was sie wolle - Hauptsache am Standort Gorleben werde nich gerüttelt. BI-Vorsitzende Schoppe meint: "Auch unter Rot-Grün bleibt alles an Gorleben kleben. Und da sollen wir keinen Grund zur Demonstration mehr haben?"

Bearbeitet am: 31.01.2001/ad


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