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vom 28.07.2001

Kernkraftwerk Stade geht 2003 vom Netz

Energieversorger E.ON beantragt Abriss des Meilers in Hannover

lno Stade. Als erster Kraftwerksbetreiber nach dem Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Atomwirtschaft hat das Energieunternehmen E.ON den Abriss des Kernkraftwerks Stade beantragt.

Wie Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) sagte, will E.ON das zweitälteste Kernkraftwerk Deutschlands 2003 vom Netz nehmen und zügig abbauen. Ein entsprechender Antrag sei beim Ministerium eingegangen. Nach dem Atomkonsens könnte Stade bis 2004 betrieben werden.

Der Minister zeigte sich erfreut. "Wir haben elf Jahre um den Atomkonsens gestritten und jetzt kommt der erste Betreiber und beantragt die Stilllegung. Das ist das, was wir uns schon immer gewünscht haben." In 12 bis 15 Jahren könne der Abbau, der in fünf Schritten erfolgen soll, abgeschlossen sein.

Nach Angaben von E.ON hat die Entscheidung wirtschaftliche Gründe. "Bis 2003 ist unser Brennstoff ausgenutzt. Danach hätten wir neue Brennstäbe in Auftrag geben müssen", sagte die Sprecherin von E.ON Energie, Petra Uhlmann. Stillegung, Abriss und Entsorgung würden etwa eine Milliarde Mark kosten. Die rund 150 alten Brennstäbe müssten in etwa 20 Behältern und mit bis zu zehn Transporten in die Wiederaufbereitungs-Anlage in La Hague (Frankreich) gebracht werden. Dies könne ab 2004 geschehen.

Nach Abschalten des Kraftwerks müssten die Brennstäbe noch etwa ein Jahr in Nassla- 1 gern abgekühlt werden. Ab 2005 könnten dann die AbrissArbeiten beginnen. Von den 100 000 Tonnen Schutt würden etwa drei Prozent schwach radioaktiver Restmüll übrig bleiben. Bis ein Endlager für radioaktive Abfälle zur Verfügung stehe, wolle E.ON das Material in einem Lager auf dem Betriebsgelände unterbringen, sagte Jüttner. Für das Depot hat E.ON einen Zeitraum von höchstens 40 Jahren beantragt.

Auf dem Gelände des Atomkraftwerks solle keine "grüne Wiese" entstehen, sagte Jüttner, sondern möglicherweise ein neues Großkraftwerk. Der Bau einer neuen Dampfanlage seidenkbar.

Bearbeitet am: 28.07.2001/ad


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