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vom 05.03.2001

Gleisbesetzerin Gewahrsam

300 Demonstranten bei der "Nacht im Gleisbett"

ür Pisselberg. Bei eisigen Tremperaturen und andauerndem Schneefall haben sich nach Angaben der Gruppe "x-tausendmal quer" insgesamt 300 Personen an der Aktion "Eine Nacht im Gleisbett" beteiligt. Ein starkes Polizeiaufgebot musste wiederholt eingreifen, um Demonstranten von den Schienen zu tragen. 36 Personen wurden in Gewahrsam genommen und zur Polizeiinspektion nach Lüchow gebracht. Insgesamt wurden die Personalien von 63 Personen festgestellt. Gegen sie wird eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung erstattet.

Den Initiatoren hatte die Kreisverwaltung lediglich erlaubt, am Sonnabend von 17 bis 18 Uhr in Pisselberg eine Versammlung abzuhalten. Als sich gegen 18.35 Uhr etwa 70 Personen rund 150 m vom Bahnübergang entfernt auf den Gleisen niederließen, griff die Polizei das erste Mal ein. Beamte des Bundesgrenzschutzes trugen die Demonstranten weg, stellten die Personalien von 63 Personen fest und drohten ihnen an, dass sie im Wiederholungsfall in Gewahrsam genommen würden.

Gegen 21.10 Uhr kam es erneut zu einer Schienenbesetzung. Die Spontanversammlung konnte die Polizei nicht akzeptieren, da" auf dem Bahnkörper keine versammlungsrechtlichen Aktionen zulässig sind", hieß es. Nach mehrmaliger Androhung wurden die Schienen erneut geräumt. Diesmal nahm die Polizei 37 Personen in Gewahrsam, weil sie sich das zweite Mal auf die Schienen gesetzt hatten. Gegen 3 Uhr konnten die Atomkraftgegner die Polizeidienststelle in Lüchow verlassen, nachdem eine Richterin nicht über die Fortdauer der freiheitsentziehenden Maßnahme entschieden hatte.

Abseits der Schienen, auf der Straße zwischen Bahnübergang und Pisselberg, setzten etwa 50 Personen während der Nacht ihre Aktion fort. Die Polizei duldete diese Versammlung, die am Sonntag um 8.30 Uhr - wie von den Demonstranten angekündigt - endete.

Polizei-Sprecher Klaus-Dieter Tietz unterstrich am Sonntag, das Konfliktmangement sei nicht dafür da, über Rechtsbrüche zu verhandeln. "Wer dies glaubt, hat offensichtlich unsere Rechtsordnung nicht verstanden, Trotzdem konnten am Rand der Aktion immer wieder Gespräche mit Demonstrationsteilnehmern aufgenommen werden", sagte Trotz.

Jochen Stau, Sprecher der Anti-Atom-Kampagne "x-tausendmal quer", bewertet den Verlauf der Aktion positiv: "Wenn es schon mit dieser überschaubaren Anzahl von Menschen trotz deutlicher Übermacht der Polizei möglich ist, auf die Schienen zu gelangen, dann bin ich sehr zuversichtlich für den Tag X Ende März. Dann werden x-Tausende auf die Gleise gehen, um den Castor mit einer gewaltfreien Sitzblockade aufzuhalten. "

Bearbeitet am: 05.03.2001 /ad


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