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vom 08.03.2001

Atomkonsens nur ein Zwischenergebnis

Bündnisgrüne beenden internen Konflikt

gel,Tramm, Kollektives Aufatmen beim Lüchow-Dannenberger Kreisverband der Bündnisgrünen: Im parteiinternen Streit um die Atompolitik habe man sich durchgesetzt. Das war die einhellige Meinung auf einer Kreismitgliederversammlung am Dienstag in Tramm. Im neuesten Parteiratsbeschluss habe die Bundespartei die Atompolitik neu bewertet und Aspekte berücksichtigt, die gerade den hiesigen Bündnisgrünen wichtig sind, hieß es. Auf dem Bundesparteitag der Grünen am kommenden Wochenende in Stuttgart will der Kreisverband vom Grundsatz her dann auch hinter dem Antrag des Parteirates stehen.

Der Konflikt hatte sich vor einigen Wochen zugespitzt, als der Grünen-Parteirat seiner Basis empfahl, sich nicht an CastorDemonstrationen zu beteiligen.

Das sorgte für Rumoren unter den Mitgliedern. Im neuen Parteiratsbeschluss ist nun aber eine deutlich geänderte Position zu erkennen.

Und das liegt vor allem an drei Inhalten im Parteiratspapier. Erstens: Gorleben wird als Endlager-Standort abgelehnt. Zweitens: Der Atomkonsens stellt für den Parteirat keinen Endpunkt, sondern allenfalls ein Zwischenergebnis dar. Und drittens: Auch Grüne werden sich an CastorDemonstrationen beteiligen, "um auf der Basis des Atomkonsenses für einen schnellstmögliehen Atomausstieg einzutreten". Der Bundesvorsitzende Fritz Kuhn hatte sogar selbst die Inhalte bei einem internen Treffen  in Lüchow vorgestellt.

Für den hiesigen Kreisverband ist damit klar: Die Atompolitik sei wieder ein bundespolitisches Thema geworden, ohne dass das Konsenspapier aufgeschnürt werde.

Der Grünen-Kreisverband hat zudem einen neuen Vorsitzenden: Uwe Dietrich aus Müggenburg, 45 Jahre alt, Sozialarbeiter. Einstimmig hat der Kreisverband ihn zum Nachfolger von Marianne Tritz gewählt. Dietrich steht dem Kreisverband nun gleichberechtigt neben Martina Lammers vor.

Marianne Tritz gab ihren Posten ab, weil sie neuerdings als Event-Managerin in Berlin arbeitet. Sie war zehn Jahre lang im Vorstand tätig und seit sieben Jahren Vorsitzende des GrünenKreisverbandes. In stressigen Wahlkampfzeiten habe sie die Grünen schon einmal verflucht, gab Marianne Tritz bei ihrem Abschied zu. Doch es sei auch eine sehr bereichernde Zeit gewesen. Sie erinnerte an für den Kreisverband turbulente Jahre:

die erfolgreiche Landesdelegiertenkonferenz in Hitzacker, "glänzende" Wahlergebnisse, die Castor-Transporte, den 50prozentigen Mitgliederverlust nach dem Kosovo-Krieg und dem Atomkonsens, der Verlust von Ratsfraktionen und Kreistagsfraktion. Marianne Tritz zeigte sich optimistisch über die Zukunft des Kreisverbandes: "Wir können immer wieder Zeichen setzen" - was der neueste Parteiratsbeschluss zur Atompolitik gezeigt habe.

Bearbeitet am: 08.03.2001/ad


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