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vom 14.03.2001

"Gewalt nein" - Plakate von Bäumen entfernt

Irrtümlich angetackert - MdB Grill: Beschwerde

jg Dannenberg. Sonntagsfahrer sahen sie noch, die blauen Plakate, die unter anderem an der Bundesstraße 216 an Bäumen und Buswartehäuschen prangten und namens der Polizei im Vorfeld des Castor-Transports mahnen: "Protest ja - Gewalt nein". Mittlerweile ist jener Appell von den Baumstämmen wieder verschwunden. Doch nicht böse Plakatabreißer, denen vielleicht das - hoffentlich Frieden stiftende Motto der Ordnungshüter mißhagt, waren am Werk, sondern Polizisten und Mitarbeiter jener Firma, die auch mit dem Plakatieren beauftragt worden war, denn: Einige Beschäftigte des Unternehmens waren beim Anpappen allzu eifrig vorgegangen, teilte die gemeinsame Infostelle von Polizei und Bundesgrenzschutz gestern mit. An Bäume zum Beispiel hätten die Plakate nicht getackert werden dürfen.

"Wir bedauern, dass es zu Irritationen um die Plakataktion gekommen ist", erklärte der Sprecher der Polizei-Einsatzleitung in Lüneburg, Klaus-Dieter Tietz gegenüber der EJZ und erinnerte an das Ziel der Aktion. Deren Formel sei ganz einfach: Protest ja - Gewalt nein. Wenn sich alle Beteiligten daran halten, werde es keine Verletzten im Rahmen des Castor-Transports geben. "Wir wollen unsere positive Aktion nicht durch eine private Firma diskreditieren lassen", ergänzte Tietz.

"Der Zwecke heiligt nicht die Mittel"

Geärgert über die beschilderten Bäume und Wartehütten hatte sich auch der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Kurt-Dieter Grill.

In einem Brief an Lüneburgs Regierungspräsidentin Ulrike WolffGebhardt beschwerte sich der Politiker über das Vorgehen. der Kleber. Sowohl die Konfliktberater als auch das Motto der Aktion, so Kurt-Dieter Grill, finden seine volle Zustimmung Die Plakatierung allerdings habe die Grenze des Vertretbaren über

schritten. "Wenn ich mir die Spielregeln für Plakatierungen der Parteien und die Maßnahmen der Straßenbauverwaltung zum Beispiel in Lüchow-Dannenberg gegen verkehrsgefährdende Schilder betrachte, kann ich die Art der Plakatierung nicht akzeptieren", schreibt Grill. Außerhalb geschlossener Ortschaften, angetackert an Bäume und Buswartehäuschen, sei die Plakataktion ein Ärgernis und nicht besser als die "wilde" Plakatierung anderer Gruppen. Der Zweck heilige nicht die Mittel, gibt Kurt-Dieter Grill zu bedenken.

Nun sind die Plakate nur noch dort zu sehen, wo sie - den üblichen Vorschriften entsprechend - hängen oder kleben dürfen. In Metzingen etwa sind sie an Ständern unweit der Bundesstraße befestigt, und auf dem Weg von Prisser nach Schaafhausen hängen sie an der Bahnunterführung und rufen auf zum Verzicht auf Gewalt - besonders an den Tagen, die nun immer näher rücken.

 

Bearbeitet am: 14.03.2001/ad


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