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vom 22.03.2001

»Wir haben kein Hotel erwartet»

Castor-Einsatz: Container-Stadt auf dem Areal des
Erkundungsbergwerkes

gel Gorleben. Wer Wohn- und Sanitär-Container derzeit in
Deutschland anmieten wollte - er hätte keine Chance. Der Markt in nämlich leergefegt.

Allein im Raum Lüneburg und Lüchow-Dannenberg hat die Polizei für die 15000 Einsatzkräfte für den Castor-Transport nach Gorleben auch 1600 Wohncontainer angemietet. Einige davon stehen auf dem Areal des Gorlebener Erkundungsbergwerkes und auf dem Gelände des Zwischenlagers. Der Aufbau hat mehrere Wochen gedauert.

Da ist keine Luxusunterbringung zu erwarten, weiß Polizei-Pressesprecher Detlev Kaldinski. Immerhin müsse für diese 15000 Einsatzkräfte eine völlig neue Infrastruktur aus dem Boden gestampft werden. Bezogen wurden teilweise ausgemus-terte Liegenschaften wie die ehemalige Bundeswehrkaserne in Neu Tramm oder das ehemalige ÜFEst-Gebäude bei Woltersdorf. Für die zusätzlichen Wohn- und Sanitär-Container wird die Polizei - in letzter Ins-tanz also der Steuerzahler - rund 10 Millionen Mark berappen müssen. Die Container werden sonst für Großbaustellen oder Groß-Events eingesetzt. Insgesamt hat die Polizei im Raum Lüneburg/Lüchow-Dannenberg 20 Liegenschaften und 49 kleinere Unterkünfte bezogen.

Die Wohncontainer sind rund 16 Quadratmeter groß und meist für vier Personen ausgelegt. Aufgebaut sind pro Person ein Spind, ein Bett und ein Stuhl. Für jeweils zehn Beamte stehen eine Toilette und eine Dusche zur Verfügung - natürlich getrennt für Männer und Frauen. Das sei zwar alles »spatanisch», gibt Öffentlichkeits-Mitarbeiter Jürgen Morich zu. Doch »wir haben auch kein Hotel erwartet». Er ist wie Hunderte von Polizisten auf dem Areal des Erkundungsbergwerkes untergebracht und hält die Sanitärausstattung für ausreichend. Man habe sogar Trockenräume für Kleidung von der DBE angeboten bekommen. Die Container hätten allenfalls etwas besser schallisoliert sein können, findet Morich. Er erinnert sich an andere Einsätze und meint: »Wir waren schon schlechter untergebracht».

Seit Montag haben die ersten Beamten ihre Container bezogen -und da gab es dann auch die ersten »Maulereien»: schimmelige Wände, schlechte Matratzen und verstopfte Abwasserleitungen. »Das Schlimmste wurde abgestellt», sagt Detlev Kaldinski. Alte Matratzen wurden ausgewechselt, defekte Wasserleitungen und Heizungen repariert. Die Polizeikräfte arbeiten beim Castor-Einsatz in Zwölf-Stunden-Rhythmen: zwölf Stunden Dienst und zwölf Stunden Ruhepause.

Bearbeitet am: /22.03.2001ad


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