ejzmini.gif (1299 Byte)
vom 24.03.2001

Höfe an Castor-Route nicht betreten

Landkreis und Landvolk appellieren an Demonstranten und Polizisten

dm Lüchow. Viel Hoffnung können sich die deutschen Landwirte eigentlich nicht mehr machen, dass sie von der Maul- und Klauen-Seuche (MKS) verschont bleiben. Trotzdem lassen der Landkreis und der Landvolk-Kreisverband nichts unversucht, um die Gefahr, dass MKS eingeschleppt wird, zu minimieren.

Gerade wegen des in der nächsten Woche bevorstehenden Castor-Transports, der von vielen 1000 Demonstranten und Polizisten begleitet wird, appellieren Kreisveterinär Dr. Bernd Thiel und Landvolk-Kreisgeschäftsführer Klaus Grünhagen an Landwirte und die übrige Bevölkerung, die Vorsorgemaßnahmen streng zubefolgen: »Nur durch größte Disziplin kann das Ausbreitungsrisiko der Maul- und Klauenseuche verringert werden.»

Zudem habe das Landvolk erneut den Niedersächsischen Landwirtschaftsminister gebeten, den Castor-Transport zu verschieben, so Grünhagen. Nach Ansicht des Landvolks ist es »in einer solchen Situation unverantwortlich, Transporte durchzuführen, in deren Umfeld ein massiver und kaum zu kontrollierender Personenverkehr zu erwarten ist».

Landkreis und Bauernverband appellieren an die Organisatoren der Demonstrationen wie die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz und die Bäuerliche Notgemeinschaft, die Teilnehmer der Protestaktionen unbedingt auf die MKS-Gefahr hinzuweisen und vor allem nicht die landwirtschaftlichen Höfe zu betreten, von denen sich viele direkt an der Transportstrecke des Atommülls befinden.

In einem Schreiben an seine Mitglieder rät das Landvolk den Bauern, Höfe, die an oder nahe der Straßen liegen, auf der der Atommüll nach Gorleben gebracht wird, weiträumig mit Trassierband abzusperren und Unbefugten den Zutritt auf den Hof und insbesondere in die Wirtschaftsgebäude zu verbieten. »Ich rechne damit, dass viele Bauern ihre Höfe dicht machen», erwartet Grünhagen.

Zudem sollten keine Demonstranten aus Frankreich und Großbritannien untergebracht werden, ebenso sollten größere Menschenansammlungen gemieden werden. Und da neben den Menschen auch Haustiere, selbst wenn sie nicht an MKS erkranken, die höchst ansteckende Seuche übertragen können, dürfen Hunde und Katzen vor, während und nach den Transporttagen nicht frei laufen gelassen werden. Notwendig sei es ebenfalls, alle Fahrzeuge, die auf den Hof kommen oder ihn verlassen, unbedingt zu desinfizieren.

Demonstranten und Polizis-ten werden aufgefordert, sich streng an Verhaltensregeln zu halten. Schon ein weggeworfenes Papiertaschentuch könne die Seuche verbreiten, wenn Personen direkt oder indirekt mit infizierten Tieren Kontakt hatten. Darüber hinaus sei nicht auszuschließen, dass das MKS-Virus durch mitgebrachte Nahrungsmittel wie Rohmilchkäse oder Wurst- und Fleischwaren eingeschleppt wird. Deshalb dürften keine Speisereste weggeworfen werden, fordern Landvolk-Geschäftsführer und Kreisveterinär.

Bearbeitet am: 24.03.2001/ad


zurück zur Homepage