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vom 26.03.2001

"Bauernpower" gegen Castor

Stunkparade mit fast 400 Traktoren -"Der Atomkonsens ist eine Lüge"

gel Gorleben. Wer kennt sie nicht, die beiden Loriot-Legenden Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner. Zusammen sitzen sie in der Badewanne, auf der Kante steht ein gelber Castor, dazu der Spruch: Die Ente bleibt draußen. Wie auf diesem Protestschild waren gestern über tausend Demonstranten der Stunkparade und Hunderte an der Strecke der Meinung: Die Castor-Ente soll draußen bleiben. Ein bunter Protestzug mit fast 400 Traktoren zog am gestrigen Sonntag von den Gorlebener Atomanlagen über Gedelitz, Dünsche, Siemen, Gusborn, Dannenberg bis Seerau/Hitzacker.

Die Transparente erhellten eindeutig, was viele LüchowDannenberger vom Atomkonsens und dem nächsten Castoren-Transport halten: "Das Wendland ist kein Atomklo", hieß es oder: "Trittin in die Tonne" oder: "Der wendische Bauer ist extrem sauer" oder in Abwandlung des Polizei-Konfliktmanagement-Slogans:

"Protest ja - aber gewaltig. " Ein Plakat betonte: "Atomausstieg mit Rot-Grün - ohne Bauernpower nie".

Die Einfälle der Stunkparaden-Teilnehmer: provokant, hämisch, belustigend. Im Fadenkreuz der Kritik natürlich die rot-grüne Bundesregierung mit ihrem Atomkonsens, der für die Teilnehmer keiner ist. Da sind Fischer- und Trittin-Puppen an Atommüllfässern angeleint, da wird mit Schröder und KohlMasken Gemüse verkauft, und riesige Atombienen warnen vor radioaktiven Mutationen. Der Bäuerlichen Notgemeinschaft als Veranstaltern der Stunkparade geht es bekanntlich vor allem darum, vor den Gefahren radioaktiver Strahlung für die Menschen und für die Lebensmittel zu warnen.

"Der Atomkonsens ist eine Lüge", sagt Professor Rudolf Regel aus Schweskau, einer der Zuschauer. Er meint, dass durch die Castor-Transporte ins Zwischenlager der EndlagerStandort festgeschrieben werde.

Er warnt vor den NeutronenStrahlen und davor, dass die Pilotkonditionierungsanlage mehr Plutonium herausblase als ein Atomkraftwerk. Für ihn bleiben als einzige Konsequenzen: auswandern oder Widerstand leisten.

Ähnlich sieht es auch Klaus Pahl aus Grabow, der mit InlineSkates nach Gorleben gekommen war. "Dieser Atomkonsens ist keiner", sagt er. Die Restlauf zeiten für die AKWs seien so lang, dass er das Ende nicht mehr erleben werde. Er fordert, dass Atomkraftgegner und -befürworter an einen Tisch kommen und einen wahren Konsens herstellen müssten.

Beschimpfungen von CastorGegnern mussten sich die GrünenBundestagsfraktionsvorsitzende Kerstin Müller und die Bundesvorsitzende Claudie Roth anhören. Beide waren ir Gorleben dabei, um für einer schnelleren Ausstieg zu protestieren. Roth war sogar am Steuer eines Traktors zu sehen.

Bearbeitet am: 26.03.2001/ad


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