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vom 28.03.2001
 

»Versuch, Protest kleinzureden»

   BI-Kritik an Polizei-Prognose 

  gel Dannenberg. Die Polizei versuche, den Protest gegen den Castor-Transport kleinzureden. Dies hat die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) gestern auf der Dannenberger Esso-Wiese bei einer Pressekonferenz kritisiert.

Anlass ist offenbar die Pressekonferenz der Polizei vom Montag, wo der Gesamteinsatzleiter Hans Reime davon sprach, dass das Protest-Potenzial bisher deutlich hinter den Erwartungen geblieben sei. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke meint dagegen: »Wir rechnen ab Dienstagabend mit 10000 Menschen am Castor-Verladekran. Vom Abbröckeln des Widerstands gibt es keine Spur». Ehmke sieht derzeit jedenfalls keine Anzeichen, dass das Protest-Potenzial weniger geworden sein könnte als 1997. Wichtig sei, dass der Atomausstieg weiterhin eine Lobby habe. Man wolle mit dem Protest die Schwindel-Etikette Atomkonsens und Atomausstieg abkratzen. Tatsächlich gehe es in dem Kompromiss nämlich um einen weiteren Bestandsschutz für die Atomkraftwerke.

Zu den Diskussionen um die Demo- und Camp-Verbote meinte Landrat Christian Zühlke (SPD), dass sich er und auch der Kreistag durch die Maßnahmen der Bezirksregierung »zu einem Gutteil entmündigt» sehen. Als eine »beispiellose Solidarisierung» bezeichnete die Landtagsabgeordnete Rebecca Harms (Grüne) das, was sich derzeit in den Kirchen und Gemeindehäusern zeige. Dort übernachten wegen der Camp-Verbote zahlreiche obdachlose Castor-Gegner- zu besseren Bedingungen, als sie in Camps geherrscht hätten, so Harms.

Bearbeitet am: 28.03.2001/ad


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