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vom 29.03.2001

Rebecca Harms kämpft unermüdlich gegen den Castor

Gorleben (dpa) - Sie lebt in dem kleinen Dorf Waddeweitz und das erklärt vieles: Keine 30 Kilometer Luftlinie trennen den Bauernhof, auf dem Rebecca Harms, die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, wohnt, von den Atomanlagen in Gorleben. Wenn sie ihre Stimme gegen Castor-Transporte in das dortige Zwischenlager erhebt, dann geht es für sie um «meine Heimat».

Lauter als jeder andere Grünen-Politiker in Niedersachsen hat Harms in den vergangenen Wochen gegen den neuen Atommülltransport protestiert - sehr zum Unwillen mancher Parteifreunde in Berlin wie Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Dass sie sich wie früher wieder an den Aktionen der Atomkraftgegner beteiligen wird, stand für Harms nie in Frage. Und fest steht für sie auch: «Für mich gehören zu den Protesten selbstverständlich Blockadeaktionen dazu. Durch das Hochhalten von Protestschildern kommen wir nicht weiter.»

Die 44 Jahre alte Politikerin ist wie viele in ihrer Partei mit dem Energiekonsens von Bundesregierung und Stromkonzernen unzufrieden. Der darin vereinbarte Ausstieg aus der Atomenergie dauert ihr viel zu lang, und die ungelöste Entsorgungsfrage ärgert sie. Sie fürchtet, dass allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz der Salzstock in Gorleben doch zum Atomendlager gemacht werden soll und ihre Heimat damit endgültig zum «Atomklo» Deutschlands wird.

Dagegen setzt sie außer auf leidenschaftliche Reden auch auf den Druck der Anti-Atom-Bewegung auf der Straße. Dieser werde gewaltfrei sein. «Das ist einfach ein ungeschriebenes Gesetz.» Die gelernte Landschaftsgärtnerin, die auch schon mehrere Jahre als Filmemacherin gearbeitet hat, weiß, wovon sie spricht. Schließlich gehörte sie 1977 zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow- Dannenberg.

Bearbeitet am: 29.03.2001/ad


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