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vom 29.03.2001

Bauer Lambke rollte schon 1979 mit dem Trecker im Anti-Atom-Zug

Gorleben (dpa) - 70 Jahre alt ist Bauer Adolf Lambke aus dem wendländischen Rundlingsdorf Jameln schon. Trotzdem wird er sich mit seinem 120 PS starken grünen Veteranen-Traktor wieder an den Anti- Atom-Protesten beteiligen. «Adi», wie er lieber genannt werden will, ist eine der herausragenden Widerstandsfiguren rund um Gorleben.

Schon 1979 führte er mit seinem Traktor den Treck der Hunderttausend von Lüchow-Dannenberg nach Hannover an. «Albrecht, wir kommen», riefen sie seinerzeit Landesvater Ernst Albrecht (CDU) entgegen. Mit dem Druck von der Straße erreichten sie letztlich das politische Aus für die geplante atomare Wiederaufarbeitungsanlage im Wendland.

«Der Atomkonsens ist doch totaler Quatsch», sagt der vollbärtige Landwirt. Darum trat er auch bei den Grünen aus. «Hier geht es um unsere Zukunft. Wenn die wirklich 420 Castoren schicken, dann kannst du doch das Wendland vergessen. Dann kann kein Bauer mehr Bioprodukte verkaufen. Dann macht doch niemand mehr Urlaub hier.» Lambke liebt seine Heimat, in der seine Vorfahren schon vor 300 Jahren den Boden bestellten und Vieh züchteten. Vor 7 Jahren hat er seinen Hof verpachtet, da ihn sein Sohn nicht selbst betreiben wollte.

Den Bundeskanzler kennt Adi Lambke noch aus der Zeit vor 20 Jahren, als alle Gerhard Schröder (SPD) nur «Gerd» nannten. «Damals hat er mich als Anwalt verteidigt, weil ich angeblich einen Polizisten mit Gülle bespritzt habe.» Beim letzten Zusammenstoß mit der Staatsmacht 1997 holte er sich eine blutige Nase, als ihn die Polizei mit Knüppeln vom Trecker holte. «Ich hab zwar ein kaputtes Kreuz, aber Rückgrat», sagt er stolz.

Bearbeitet am: 29.03.2001/ad


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